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Ätherischer Münchener Symbolismus von Max Nonnenbruch

Montag, 27 Juni 2016 00:36
Max Nonnenbruch „Abend am See“ (Öl auf Leinwand) Max Nonnenbruch „Abend am See“ (Öl auf Leinwand)

Berlin - Max Nonnenbruch war einer der herausragendsten Vertreter des deutschen Symbolismus. In seinen leicht und verzaubert wirkenden Gemälden verband er die Eleganz des Jugendstils mit einer nahezu fotografischen Genauigkeit.

Geboren wurde er 1857 in Viersen am Niederrhein, verbrachte die ersten Jahre in Mönchengladbach. 1868 zog die Familie nach Bonn. Bereits in jungen Jahren zeigte sich seine Neigung zur Malerei. 
Ab Herbst 1875 studierte Nonnenbruch an der Kunstakademie Düsseldorf, im Mai 1877 schrieb er sich an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München in München ein, wo er bis 1879 unter anderem von dem Historienmaler Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren unterrichtet wurde (wie u.a. auch Josef Altheimer oder der Norweger Theodor Kittelsen), der einen für die akademische Malerei recht atmosphärischen Stil pflegte.

Ab 1880 nahm Nonnenbruch eine umfassende Reisetätigkeit mit Studienfreunden auf, diese führte ihn nach Frankreich, Italien, Belgien und England. 1884 lernte er auf Capri Margarethe Anna Maria Freiin von Welck kennen; er heiratete sie und ließ sich mit ihr in München nieder.

In München entfaltete Nonnenbruch eine umfassende Tätigkeit und wurde führendes Mitglied diverser Künstlervereinigungen und half bei der Organisation von Ausstellungen im Münchener Glaspalast, wofür er offiziell ausgezeichnet wurde. Einen regen Kontakt pflegte er mit dem Anarchisten Erich Mühsam, mit dem er oft gemeinsam Schach spielte und der ihm eines seiner wichtigste Modelle vermittelte. In Mühsams Tagebüchern findet Nonnenbruch häufig Erwähnung.

Die Bilder Nonnenbruchs sind durch strenge Regelhaftigkeit in der Komposition, glatten Farbauftrag und nahezu fotografische Genauigkeit geprägt. Die Frauengestalten wirken zart und anmutig. Kommerziell waren die Arbeiten durchaus erfolgreich, sie wurden in Zeitschriften und als Postkarten reproduziert, sogar Geschirr wurde mit Motiven Nonnenbruchs bedruckt. Das Gedicht „Die Rose“ von Elsa Bernstein (unter dem Pseudonym Ernst Rosmer) ist von Nonnenbruchs gleichnamigem Gemälde inspiriert. Als der Maler 1922 in München starb, hatte er einen wichtigen Beitrag zur mystischen Strömung in der deutsche Malerei geleistet.

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