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ART DEPESCHE

Sydney Laurence – Alaskas großer Landschaftsmaler

Samstag, 24 Dezember 2016 05:01
Sydney Laurence „Northern Lights“ (1929) Sydney Laurence „Northern Lights“ (1929)

Berlin - Der amerikanische Landschaftsmaler Sydney Mortimer Laurence gilt als der erste professionelle Maler, welcher Alaska als Heimstatt wählte und zudem als einer der bedeutendsten Künstler Alaskas überhaupt. Bisweilen wird er der Romantik zugerechnet, doch war er tatsächlich stilistisch recht eigenständig und verband realistische Einflüsse mit den atmosphärischen Elementen des Luminismus und Tonalismus.

Geboren wurde er 1865 im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn. Er lernte sein Handwerk zunächst an der in Manhattan gelegenen Art Students League of New York. Zu dieser ist anzumerken, daß es sich um die bedeutendste mehrerer ähnlicher Verbindungen junger Künstler handelt, welche gegründet wurden, um ihren Mitgliedern unabhängig von den Akademien ein freieres, doch gemeinschaftliches Lernen zu ermöglichen. Zusätzlich nahm er vermutlich privaten Unterricht bei Thomas Moran, einem Vertreter der Hudson River School mit Wohnsitz in Manhattan. 
In den späten 1880er Jahren nahm er regelmäßig an Ausstellungen der National Academy teil und gehörte zu den Mitgründern der American Fine Arts Society. Mit seiner gerade erst geehelichten Frau reiste er 1889 nach England und ließ sich in der Künstlerkolonie St. Ives in Cornwall nieder, wo er bis 1898 leben sollte. In jenen Jahren stellte er regelmäßig mit der Londoner „Royal Society of British Artists“ aus, zudem war er mehrfach im Pariser Salon vertreten, wo er 1894 sogar ausgezeichnet wurde. Einige Jahre war er als künstlerischer Kriegskorrespondent unterwegs, darunter in China und Afrika. Im Burenkrieg wurde er verletzt, und im Spanischen-Amerikanischen Krieg fertigte er Skizzen für den New York Herald an. 
1903 oder 1904 verließ er jedoch seine Familie und begab sich nach Alaska. In den ersten Jahren führte er das beschwerliche Leben eines Pioniers in einem Dorf inmitten der Wildnis (später wohnte er in Valdez) und malte deshalb recht wenig, doch als Bergmann war er wenig erfolgreich und irgendwann zwischen 1911 und 1914 machte er erneut die Malerei zu seiner Hauptbeschäftigung. 1915 zog er in die Stadt Anchorage und war etwa 1920 der bekannteste Maler Alaskas. 
Alaska in seinen verschiedensten Aspekten wurde Laurences vorrangiges Thema. Er malte Segel- und Dampfschiffe auf den Gewässern Alaskas, Indianer und Zeugnisse indianischer Kultur, Bergleute und Jäger, Polarlichter, stille Buchten, Landzungen und majestätische Berglandschaften – der Denali (auch bekannt als Mount McKinley) wurde allerdings das Motiv, welches am meisten zu seinem Ruhm beitragen sollte. 
Stilistisch verband er das Erbe der großen amerikanischen Landschaftsmalerei (wobei er sich von der extremen Dramatik und Detailgenauigkeit mancher Vertreter der Hudson River School fernhielt) mit Einflüssen aus der Schule von Barbizon und später dem Impressionismus, auch mit den für den Tonalismus typischen Schleiern von Nebel und Dunst, wie wir sie etwa von James McNeill Whistler kennen. Die Anwendung dieses Stils auf die einzigartige Landschaft Alaskas machte ihn seinerzeit zum bedeutendsten Maler der nördlichsten Wildnis. 
1927 heiratete er erneut, und zwar die 1920 in die USA eingewanderte französische Malerin Keanne Kunath. Er blieb noch einige Jahre schöpferisch tätig, bis er 1940 in Anchorage starb, wo seither mehrere Orte nach ihm benannt wurden.

Verweise: 
http://www.theantiquegallery.com/sydney-laurence.html 
http://www.askart.com/artist_bio/Sydney_Mortimer_Laurence/5444/Sydney_Mortimer_Laurence.aspx

Letzte Änderung am Samstag, 24 Dezember 2016 05:34
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