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Attentäter von Würzburg sah sich als Kämpfer des Islamischen Staates

„Flüchtlingskoordinator“ Peter Altmaier (CDU) bestreitet erhöhte Terrorgefahr durch Asylanten

Donnerstag, 21 Juli 2016 14:35
Peter Altmauer (CDU) Peter Altmauer (CDU) Foto/Freisteller: Bundesregierung/Kugler

Berlin/Würzburg - Peter Altmaier, Kanzleramtsminister und als solcher für die Koordination der Flüchtlingspolitik zuständig, bestreitet trotz des Attentats eines 17-jährigen Asylbewerbers eine erhöhte Terrorgefahr durch Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen.

Der CDU-Politiker meinte, die Terrorneigung von Flüchtlingen sei „nicht größer und nicht kleiner“ als die der übrigen Bevölkerung. Man müsse aber verhindern, „dass junge Menschen in besonderen Notsituationen ihre Zuflucht suchen bei Hetzern und Terroristen“. Der Merkel-Vertraute sagte: „Die meisten Terroristen, die in den letzten Monaten in Europa Anschläge begangen haben, waren keine Flüchtlinge, sondern Menschen, die hier geboren und hier aufgewachsen sind.“

Viele Sicherheitsexperten sehen das etwas anders. So steht fest, dass mehrere Islamisten, die in Frankreich in jüngerer Zeit Anschläge verübt haben, als Flüchtlinge nach Europa kamen.

Ein Beispiel: Am Jahrestag des Terroranschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ erschossen Polizisten einen Islamisten, als dieser eine Pariser Polizeistation mit einem Schlachterbeil angriff. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen wohnte der nordafrikanische Täter zuletzt in einer Asylbewerberunterkunft in Recklinghausen. Der Mann war in Deutschland unter verschiedenen Namen registriert und behauptete wahlweise, die syrische, marokkanische oder georgische Staatsbürgerschaft zu besitzen.

Auch der 17-jährige Asylbewerber, der in einem Würzburger Regionalzug vier Menschen mit einer Axt lebensgefährlich verletzte, gab wahrscheinlich eine falsche Identität an, um seine Anerkennungschancen zu erhöhen. So soll er aus Pakistan und nicht aus Afghanistan stammen.

In einer für authentisch gehaltenen Videobotschaft bezeichnete sich der Täter, der seit zwei Wochen bei einer deutschen Pflegefamilie lebte, als Kämpfer des Islamischen Staates (IS). Im Video sagte er mit einem Messer in der Hand: „Im Namen Gottes, ich bin ein Soldat des IS und beginne eine heilige Operation in Deutschland.“

Deutsche Sicherheitsbehörden haben längst registriert, dass Islamisten auch in Asylbewerberheimen Anhänger zu rekrutieren versuchen und besonders die „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“ im Visier haben. Außerdem strahlt laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz die IS-Propaganda im Internet auf manche Migranten ab.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erneuerte nach dem Würzburger Anschlag seine Forderung nach einer Begrenzung der Zuwanderung. „Entscheidend bleibt, wir müssen wieder eine stärkere Kontrolle über alles behalten, was in unser Land kommt“, mahnte der CSU-Politiker. „Wir müssen auch den Zuzug begrenzen und dadurch dann in der Lage sein, uns mit denen, die da sind, denen, die auch wirklich fluchtberechtigt sind, dann auch intensiv zu befassen und alles dafür zu tun, dass die nicht derartig aus dem Ruder laufen.“

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