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Erneute Bankenrettung?

Angela Merkels Politik auch bei Bankenrettung gescheitert

Donnerstag, 22 September 2016 03:05
Blick auf die EZB in Frankfurt am Main Blick auf die EZB in Frankfurt am Main Quelle: HESSEN DEPESCHE

Frankfurt am Main - Die US-Justizbehörden fordern von der Deutschen Bank AG wegen Devisenvergehen 16 Milliarden an Strafzahlungen. "Ein viel zu hoher Betrag", wie die Deutsche Bank meint, im Vergleich zu den bisherigen Strafzahlungen anderer Großbanken mit vergleichbarem Vergehen. Der Betrag würde auch die Möglichkeiten der Deutschen Bank übersteigen und wäre ohne Kapitalerhöhung für die Frankfurter kaum zu stemmen.

Nicht nur der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi fordert eine europaweite Bankenrettung außerhalb der Bankenrichtlinien, sondern auch der Chef Volkswirt David Folkerts-Landau der Deutschen Bank AG tritt für ein milliardenschweres Bankenrettungsprogramm mit über 150 Milliarden Euro ein. „Europa ist schwer krank“, so David Folkerts-Landau, „und man muß die Probleme, insbesondere in Italien, sehr schnell angehen, sonst drohe ein Unfall.“ 

Das Europaparlament verkündete mit der Zustimmung zum Aufbau einer europäischen Abwicklungsbehörde erst kürzlich das Ende der Bankenrettung durch den Steuerzahler. In Italien würden dadurch aber die Kleinanleger ihr Geld nach den neuen Bankenrichtlinien verlieren, weshalb Matteo Renzi den europäischen Steuerzahler zur Rettung beanspruchen will.

Eine Deutsche Bank AG wird die Kapitalerhöhung ohne staatliche Hilfe nicht durchstehen. Die US-Behörden behaupten zumindest, die Deutsche Bank sei „unterkapitalisiert“ und der IWF hat die Deutsche Bank als weltweit riskantestes Finanzinstitut eingestuft. 

Ein Zusammenbruch der Deutschen Bank AG würde nach Ansicht von Investment-Guru Jim Rogers „viel größer werden, als der Crash von Lehman Brothers.“ Vermutlich stehen wir vor einem neuen Crash des Bankensektors. Nach dem Crash wird dann Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder sagen, wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns besser vorbereitet.

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