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Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2015

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU): „Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen steigt“

Freitag, 25 März 2016 22:49
Joachim Herrmann (CSU) Joachim Herrmann (CSU) Quelle: csu-landtag.de

München - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat anlässlich der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2015 eine positive Bilanz gezogen. Die Kriminalitätsbelastung im Freistaat sei gesunken und die Aufklärungsquote habe sich verbessert. 

In der Kriminalstatistik blieben die ausländerrechtlichen Verstöße rechnerisch unberücksichtigt, die mit rund 211.000 mehr als ein Viertel aller in Bayern registrierten Straftaten ausmachten. Herrmann sagte dazu: „Bereinigt um diese ausländerrechtlichen Verstöße haben wir 2015 einen Rückgang um 12.698 Straftaten auf 594.899 Delikte zu verzeichnen. Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt in Folge der gestiegenen Fallzahlen durch illegale Grenzübertritte bei 6.350, bereinigt um die ausländerrechtlichen Verstöße aber bei 4.687 und damit 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.“ 

Die so bereinigte Aufklärungsquote habe sich leicht verbessert. Herrmann betonte: „Mit diesen Ergebnissen konnten wir trotz erhöhter Einsatzbelastung das hohe Niveau an innerer Sicherheit halten. Dabei war die bayerische Polizei gerade im zurückliegenden Jahr insbesondere durch Großeinsätze rund um den G7 Gipfel, die Flüchtlingsströme und die anhaltenden Terrorgefahren stark belastet. Insbesondere vor diesem Hintergrund bin ich besonders stolz, dass es auch für 2015 wiederum heißt: In Bayern leben heißt sicherer leben.“ 

Alarmiert zeigte sich der Innenminister über die Entwicklung der Kriminalität von nichtdeutschen Tatverdächtigen. Auch ohne Berücksichtigung der Zuwanderer, wie zum Beispiel der Asylbewerber, setze sich der Langzeittrend, den man auch auf Bundesebene beobachten könne, weiter fort: „Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen steigt, der Anteil der Deutschen sinkt. Der Trend ist im Fünfjahresvergleich eindeutig.“ So lag – ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße – der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger im Jahr 2011 bei 24,2 Prozent und 2015 bei 31,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer von 1,7 Prozent im Jahr 2011 auf 6,4 Prozent im Jahr 2015 zu.

Herrmann verwies trotzdem auf „eine hervorragende Kriminalitätsbilanz“ in Bayern und lobte die „hochengagierte und professionelle Polizeiarbeit“. Der CSU-Politiker erklärte: „Trotz der hohen Arbeitsbelastung durch beispielsweise die Flüchtlingskrise ist es unseren Polizistinnen und Polizisten im letzten Jahr erneut gelungen, dass deutschlandweit einmalige Niveau an innerer Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig andere Aufgaben nicht zu vernachlässigen. Das gelte im Übrigen auch für den Bereich der Verkehrssicherheit.“

Die bayerische Staatsregierung will Herrmann zufolge weiterhin in Personal und Technik der Polizei investieren: „Mit mehr als 41.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir den höchsten Personalstand aller Zeiten bei der bayerischen Polizei. Und wir legen kräftig nach mit dem Ziel, bis 2025 mindestens 10.000 Polizeibeamte einzustellen.“

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