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Abschreckung durch Heiko Maas (SPD)

Gesetz gegen Doping sieht Haftstrafen vor

Sonntag, 15 November 2015 01:55
Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Foto: Frank Nürnberger

Berlin - Der Bundestag hat am Freitag ein Gesetz gegen Doping beschlossen. Wenn der Bundesrat zustimmt, droht Sportlern, die  leistungssteigernde Präparate konsumieren, ab Januar kommenden Jahres erstmals auch eine Freiheitsstrafe.

„Das ist ein sportpolitisch historischer Tag“, erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). „Der Kampf gegen Doping wird zu einem Fall für den Staatsanwalt. Gerade mit Blick auf die aktuelle Lage in Russland scheint das Problem nicht kleiner, sondern größer zu werden.“ Das neue Anti-Doping-Gesetz sei eine „Kampfansage an Täuscher, Trickser und Betrüger“, sagte Maas. Dadurch würde der Sport „sauberer, sicherer und ehrlicher“.

„Es soll abschrecken und gleichzeitig bei der Aufdeckung von kriminellen Doping-Strukturen helfen“, ergänzte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). „Ich möchte aber nicht alle Leistungssportler zu potenziellen Dopern machen.“

Die Rohfassung wurde zwar bezüglich Sportlern, die unwissentlich gedopt werden und für all jene, die sich von den verbotenen Substanzen lossagen wollen, noch etwas entschärft, ab Inkrafttreten des Gesetzes wird es dann aber ein Verbot des Selbstdopings geben. Auch der Besitz von leistungssteigernder Substanzen wird strafbar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sanktioniert werden. Das Gesetz sieht für besonders schwere Fälle sogar Haftstrafen von bis zu zehn Jahren vor.

Die Grünen-Fraktion im Bundestag kritisierte die Sanktionen als „nicht angebracht“ und stimmte gegen den Gesetzentwurf. „Wir sollten Abstand davon nehmen, eine einseitige Kriminalisierung von Sportlern vorzunehmen“, begründete Özcan Mutlu, der sportpolitische Sprecher der Grünen. „Der Griff zum Strafrecht sollte das letzte Mittel sein.“ Die Linken enthielten sich bei der Abstimmung.

Der Olympische Sportbund (DOSB) zeigte sich noch immer skeptisch: „An einem Punkt sind wir nach wie vor skeptisch, nämlich im Hinblick auf die Strafbarkeit des Selbstdopings und des Besitzes von Dopingmitteln in geringer Menge“, erklärte ein Sprecher. Der Sportbund sieht vor allem Kompetenzprobleme. Etwa wenn ein bereits sportrechtlich gesperrter Sportler aus Mangel an Beweisen vor einem Strafgericht freigesprochen wird. „Wir hoffen nun, dass wir mit diesen Sorgen Unrecht haben und der Anti-Doping-Kampf des Sports durch die Regelungen zum Selbst-Doping nicht beeinträchtigt wird.“ Grundsätzlich sehe der DOSB in den Neuregelungen auch wesentliche Verbesserungen, „die den gemeinsamen Anti-Doping-Kampf von Sport und Staat unterstützen wie die Stärkung der Schiedsgerichtsbarkeit und der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA“.

De Maizière versucht die Bedenken zu zerstreuen: „Das Gesetz soll den organisierten Sport in seinen Bemühungen gegen Doping unterstützen“, betonte der CDU-Politiker. „Das Gesetz schütz gerade die sauberen Sportler und die Integrität des Sportes. Ins diesem Ziel sind wir uns mit dem DOSB völlig einig.“

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