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Ex-Familienministerin kandidiert nicht mehr für den Bundestag

Kristina Schröder (CDU) hängt Politikerjob an den Nagel

Freitag, 08 April 2016 18:07
Kristina Schröder (CDU) Kristina Schröder (CDU) Quelle: Kristina Schröder | Fotografin: Laurence Chaperon

Berlin – Die Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder (CDU) will aus der Politik ausscheiden. Wie die ehemalige Bundesfamilienministerin am Donnerstag via Twitter erklärte, werde sie im kommenden Jahr nicht mehr für den Bundestag kandidieren. „Ich wollte nie mein ganzes Leben lang Abgeordnete bleiben. Und dann ist's jetzt Zeit.“, schrieb sie in ihrer Meldung weiter. Die einstige Vorzeigefrau der hessischen CDU sitzt seit 14 Jahren im Bundestag.

Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ erklärte die 39-Jährige: „Ich habe mindestens zehn Jahre zu früh angefangen, eher 15, um mein ganzes Leben in der Politik zu verbringen.“ Daher habe sie beschlossen, bei der Bundestagswahl 2017 nicht erneut anzutreten. Was sie fortan beruflich machen wolle, habe sie noch nicht entschieden. „Ich habe ja auch noch eineinhalb Jahre Zeit.“

Schröder zog 2002 und 2005 über die Landesliste Hessen in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2009 gewann sie das Direktmandat in ihrem Heimatwahlkreis Wiesbaden. Die CDU-Politikerin erreichte damals 40,8 Prozent, ihre Kontrahentin, die damalige Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) 32,6 % Prozent. Auch bei der Bundestagswahl 2013 errang sie das Direktmandat.

Als Familienressortchefin machte die Hessin, die als erste Ministerin im Amt ein Baby bekam und sich während des Mutterschutzes eine Auszeit gönnte (2014 brachte sie ihre zweite Tochter zur Welt), anders als von manchen Medien behauptet, eine gute Figur, unterstützte das von ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) eingeführte Betreuungsgeld und setzte sich für familienfreundliche Arbeitszeiten ein.

Mit ihrem 2012 erschienenen Buch „Danke, aber emanzipiert sind wir selber!“ setzte sich Schröder dem Argwohn von Feministinnen aus. Diese überreichten ihr eine „Goldene Schürze“ für ihr „antiquiertes Frauenbild“ und starteten außerdem eine Petition mit dem Titel „Nicht meine Ministerin“. Im Rückblick sagte die Ex-Ministerin dazu nun der „Welt“: „Ich wusste genau, in welches Wespennest ich steche. Aber wer mich verstehen wollte, der konnte mich auch verstehen. Als Familienministerin stand für mich immer die Wahlfreiheit im Zentrum.“ Der Staat habe den Familien nicht vorzuschreiben, wie sie leben wollen. Deutschland hat in den vergangenen Jahren wahrlich schlechtere Politiker gesehen.

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