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Nach Besuch von US-Verteidigungsminister Carter

Oskar Lafontaine prangert US-Imperialismus an

Donnerstag, 25 Juni 2015 13:36
Oskar Lafontaine Oskar Lafontaine Quelle: oskar-lafontaine.de

Saarbrücken - Der saarländische Linken-Politiker Oskar Lafontaine hat sich mal wieder mit einem wortgewaltigen Kommentar zu Wort gemeldet. In einem Beitrag bezichtigt er die USA der Kriegstreiberei. Anlass für die scharfe Kritik ist die Ankündigung von US-Verteidigungsminister Ashton Carter, schwere Waffen nach Osteuropa verlegen zu wollen. Lafontaine schreibt wörtlich: „Der US-Kriegsminister ruft die Europäer dazu auf, sich der russischen "Aggression" entgegenzustellen. Dabei hätten die Europäer allen Grund, sich der Aggression der USA entgegenzustellen.“

Mit Blick auf die US-Diplomatin Victoria Nuland fügte Lafontaine hinzu: „Die US-Diplomatin Victoria Nuland sagte, wir haben über fünf Milliarden Dollar aufgewandt, um die Ukraine zu destabilisieren. Sie zündeln immer weiter und Europa bezahlt mit Umsatzeinbrüchen im Handel mit Russland und dem Verlust von Arbeitsplätzen."Fuck the EU" ,sagte die US-Diplomatin Nuland. Wir brauchen eine europäische Außenpolitik, die den kriegstreibenden US-Imperialismus eindämmt! Fuck the US-Imperialism!“

Der FDP-Vorsitzende im Europäischen Parlament, Alexander Graf Lambsdorff sagte dazu: „Mit diesen absurden Beschimpfungen ist Oskar Lafontaine endgültig im Lager der Verschwörungstheoretiker angekommen. Wer angesichts der schweren Völkerrechtsverletzungen durch Russland und mit dem menschlichen Leid in der Ostukraine vor Augen nichts Besseres zu tun hat, als den USA Aggression und Kriegstreiberei zu unterstellen, diskreditiert sich selbst.“

Lambsdorff fügt hinzu: „Dabei vollbringt er das zweifelhafte Kunststück, sogar noch über die russische Propaganda hinauszugehen. All das zeigt, dass die Linke auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung in außenpolitischen Grundfragen nichts gelernt und nichts begriffen hat.“

Aufgrund der massiven Kritik an seinen Äußerungen sah sich Lafontaine nun veranlasst, mit einem Zitat des US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński zu kontern: „Wer die Gründe für die Osterweiterung der Nato und die von den USA betriebene Aufnahme der Ukraine in die Nato wissen möchte, der sollte folgende Sätze des ehemaligen US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński kennen: „Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden.“ Er ergänzte diese Ausführungen: „Und die USA tun alles, um die Ukraine in ihrem Einflussbereich zu halten. In den Worten von US-Präsident Barack Obama: Russland muss eine „Regionalmacht“ bleiben.“

Auch wenn sich Lafontaine schon häufig als Schaumschläger erwiesen hat, der kernig austeilt, dann aber entsprechende politische Taten vermissen lässt, ist es erfreulich, dass dem Säbelrasseln von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Bundeskanzlerin Angela Merkel jemand etwas entgegensetzt.

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