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Umweltschutz

Platz vier im Müllproduzieren

Mittwoch, 24 Juni 2015 20:49
Platz vier im Müllproduzieren Quelle: PIXABAY.COM

Saarbrücken - Die Deutschen verursachen weitaus mehr Müll als der EU-Durchschnitt. Das geht aus einem vorläufigen Bericht der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor, den das Statistische Bundesamt bekannt gab. Demnach fielen im Jahr 2013 617 Kilogramm Haushalts- und Verpackungsabfälle pro deutschem Einwohner an – 136 Kilogramm mehr als im EU-Durchschnitt.

Lediglich Dänemark (747 Kilogramm pro Einwohner), Luxemburg (653 Kilogramm pro Einwohner) und Zypern (624 Kilogramm pro Einwohner) produzierten innerhalb der EU noch mehr Müll als Deutschland. Unter kommunalen Abfällen versteht man neben Haushalts- und Verpackungsabfällen auch vergleichbaren Müll aus Gewerbe und Industrie.

Die Gründe für die großen Müllberge liegen an dem hohen Konsum, so die Statistiker. Wo viel konsumiert wird, falle in der Regel auch viel Müll an, erklärt Isabella Mehlin, Sprecherin des Statistischen Bundesamtes. Zudem spiele die Größe der Haushalte eine Rolle: So fallen in kleineren Haushalten pro Einwohner mehr kommunale Abfälle an als in großen. Hinzu kämen die unterschiedlichen Einkaufsgewohnheiten. Während man im Süden Europas etwa den Großteil der Lebensmittel unverpackt auf den Märkten kaufe, ist es hierzulande üblich, die Lebensmittel verpackt und verschweißt zu erwerben. Am wenigsten Müll produzieren demnach die Staaten Rumänien mit 272 Kilogramm pro Kopf und Estland mit 293 Kilogramm pro Kopf.

In Deutschland werden seit 2010 trotz aller ergriffenen Bemühungen jährlich mehr als sechshundert Kilogramm Abfall pro Einwohner verursacht. Dabei zeichnet sich die Bundesrepublik durch ein ausgeprägtes öffentliches Bewusstsein bezüglich der Müllproblematik aus. Auch im letzten Jahr lag Deutschland bereits auf dem vierten Platz der größten Müllproduzenten der EU: rund zwanzig Prozent des gesamten EU-Mülls wurde demnach in Deutschland verursacht. Rund 98 Prozent des anfallenden Abfalls wurde weiterverarbeitet.

Im Jahr 2013 erliess die Bundesregierung ein Abfallvermeidungsprogramm, auf dessen Grundlage seither der Bund mit den Ländern und Kommunen nach Maßnahmen zur Reduktion von Müll sucht. Darin wird der sogenannten Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die oberste Priorität eingeräumt: anfallender Abfall wird also wiederverwertet oder die Produkte so gestaltet, dass möglichst wenig Abfall entsteht. „Es gibt viele Möglichkeiten, Abfall erst gar nicht entstehen zu lassen. Dazu beitragen können wir alle, die öffentliche Hand, Hersteller und Vertreiber von Produkten und wir Verbraucher. Dieses Potenzial müssen wir besser erschließen“, erklärte der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier.

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