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Wieder bei Nationalhymne:

Rätselraten um Angela Merkels Worte bei ihrem dritten Zitteranfall

Mittwoch, 10 Juli 2019 18:08

Berlin - Der Gesundheitszustand von Bundeskanzlerin wirft weiter Fragen auf: Auch beim Empfang des sozialdemokratischen finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren hat Angela Merkel einen Zitteranfall erlitten.

Drei Mal gezittert – zwei Mal bei der Nationalhymne

Es ist bislang der dritte Anfall dieser Art. Das erste Mal trat das unwillkürliche Zittern Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf – auch hier, als die Nationalhymne abgespielt wurde. Neun Tage später zitterte Merkel erneut – diesmal bei der Verabschiedung der Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) durch Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Jetzt offiziell: Merkel in „psychologischer Verarbeitung“

Nun wird bekannt: Merkel befindet sich offenbar seit dem ersten Anfall – den sie noch mit Dehydration erklärte – in einer „psychologischen Verarbeitung“ des Vorfalls, wie die FAZ berichtet. Ob dabei auch Psychologen oder Psychiater eine Rolle spielen, ging aus der Verlautbarung nicht hervor. Neben Dehydration als möglicher Ursache käme auch ein Nervenleiden oder eine psychische Ursache in Betracht. Dahingehend war in der Vergangenheit auch schon aufgrund von Merkels Angewohnheit, ihre Fingernägel zu kauen (Onychophagie), spekuliert worden. Dies deute auf eine Verhaltensstörung oder psychische Erkrankung hin.

Murmelt Merkel: „Du schaffst es!“?

Interessant: Bei ihrem dritten Zitteranfall lässt sich in Videos der BILD (www.youtube.com/watch?v=iguWUGqZtNU) erkennen, dass Merkel zwei Mal ein paar Worte murmelt (Minute 0:19 bis 0:23). Ihre Lippen scheinen die Worte „Du schaffst es!“ zu formen. Nach dem Erklingen der Hymne schüttelt Merkel ihrem Staatsgast die Hände und die Symptome sind gänzlich verschwunden. Eine ernsthafte Erkrankung wird von der Bundesregierung wie auch von der Bundeskanzlerin weiter bestritten: Merkel erklärte, es gehe ihr sehr gut und niemand müsse sich Sorgen machen. Derweil erklärte der Allgemeinmediziner und Bezirksvorsitzende des bayerischen Hausärzteverbands, Jakob Berger gegenüber Focus.de, dass mit dem dritten Zitteranfall ein Wassermangel wohl „vom Tisch“ sei. Man müsse ihr aus Gründen des Persönlichkeitsrechts zugestehen, über ihre Krankheit nicht öffentlich sprechen zu wollen.

Mehr Transparenz in anderen Ländern

Dies wird in anderen Ländern – zum Beispiel den USA – anders gesehen. Dort sind die Krankenakte und der Gesundheitszustand der Präsidenten und Präsidentschaftsbewerber etwas, was im Interesse der Öffentlichkeit regelmäßig publiziert und auch in der politischen Debatte intensiv für Wahlkampfzwecke genutzt wird.

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