saar-depesche.de

Freigegeben in Politik

Altstadtfest in Gefahr?

Saarlouis: Peter Demmer (SPD) warnt vor Migrantenbanden

Mittwoch, 24 Juli 2019 14:02
Peter Demmer (SPD) ist Oberbürgermeister von Saarlouis Peter Demmer (SPD) ist Oberbürgermeister von Saarlouis Quelle: SPD Saarlouis

Saarlouis – Bundesweite Beachtung erfährt ein Hilferuf des Oberbürgermeisters von Saarlouis, Peter Demmer (Jahrgang 1960) der sich über marodierende migrantische Jugendbanden und mangelnde Polizeikräfte beklagt hat. Der Sozialdemokrat war selbst 39 Jahre lang Polizist und schlägt nun in die Kerbe, in die zuvor auch schon andere mutige Sozialdemokraten wie Heinz Buschkowsky oder Thilo Sarrazin schlugen, die der Gesellschaft eine Fehlentwicklung attestierten.

Auslöser für die Debatte war die „Emmes“ (Stadtfest) Ende Juni: In einer Pressemitteilung der Stadt Saarlouis heißt es über die Geschehnisse dort: „Massive Probleme habe es infolgedessen etwa in den frühen Morgenstunden nach der „Emmes“ gegeben, in der das polizeiliche Gegenüber derart in der Überzahl war, dass die körperliche Unversehrtheit der Beamtinnen und Beamten gefährdet war und ein geordneter Rückzug angetreten werden musste.“ Laut Behörden hatten die Mitglieder der daran beteiligten Jugendgangs alle einen Migrationshintergrund und waren „Zuwanderer“, also vorwiegend Asylbewerber. Oberbürgermeister Demmer hat nun einen Brandbrief an den saarländischen Innenminister Klaus Bouillon (CDU) geschrieben, der es in sich hat: Seit 2015 habe sich die Problematik verschärft. In dem Brief heißt es unter anderem:

„Schmerzliche Erfahrungen mussten wir an unserem größten Fest, der Emmes, in diesem Jahr machen. In der angrenzenden Altstadt kam es in den frühen Morgenstunden der Festtage immer wieder zu massiven Problemen mit Jugendbanden, die allesamt Migrationshintergrund haben. In einem Fall musste die Polizei den ,geordneten Rückzug’ antreten, da das polizeiliche Gegenüber derart in der Überzahl war, dass die Unversehrtheit der Beamtinnen und Beamten gefährdet war. Und das, obwohl die eingesetzten Kräfte Angehörige der Operativen Einheit (OpE) waren. Was dies auf die Bürgerinnen und Bürger, die das ganze mitbekommen haben, für einen Eindruck macht, braucht nicht extra erwähnt zu werden.“

OB Demmer kritisiert zudem den Umgang mit der Polizei im Land. Ausgerechneter die CDU-geführte Landesregierung habe es zu verantworten, dass das Saarland zwischen 2012 und 2018 knapp fünf Prozent weniger Polizisten (in absoluten Zahlen: 148 Stellen weniger) im Dienst hat! Damit ist das Saarland neben dem von einem Linksbündnis regierten Thüringen das einzige Bundesland, in dem seit 2012 Polizeistellen abgebaut wurden. In allen anderen Bundesländern wurden mehrere hundert bis ein paar tausend neue Stellen geschaffen. Selbst im notorisch klammen Berlin kamen über 2.200 Beamte hinzu. Im benachbarten Rheinland-Pfalz waren es immerhin über 350.

Am kommenden Wochenende wird sich in Saarlouis jedenfalls zeigen, ob die Polizei diesmal der Lage Herr wird. Vom 26. bis zum 28. Juli findet das 43. Altstadtfest statt, zu dem tausende Gäste erwartet werden.

Artikel bewerten
(3 Stimmen)