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Wegen PKW-Maut

AfD will die Saarbahn nach Forbach fahren lassen

Montag, 10 April 2017 01:08

Saarbrücken - Etwa zwei Wochen ist die Landtagswahl im Saarland her und die AfD scheint ihr erstes landespolitisches Thema gefunden zu haben: Den Ausbau der Saarbahn gen Frankreich! 
Mit Sorge blickt die Partei auf die von der Bundesregierung und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) betriebene PKW-Maut, die künftig auch für ausländische Fahrer erhoben wird. Für das Grenzland an der Saar könnte diese Regelung erhebliche Nachteile bedeuten – vor allem für die Landeshauptstadt Saarbrücken, die von französischen Besuchern profitiert.

Zwei Fliegen mit einer Klappe 

Da zugleich aber auch die Parkplatz- und Staulage rund um Saarbrücken an Hauptverkehrstagen suboptimal ist, versuchen die Rechtsdemokraten nun zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen soll die PKW-Maut tatsächlich dazu führen, dass weniger französische Autos zum Einkaufen einfahren. Gleichzeitig soll aber ein attraktives Bahnangebot in Form einer Strecke Saarbrücken – Forbach einkaufswilligen Franzosen zur Verfügung stehen. 
Die Überlegungen der Partei stehen jedoch noch am Anfang. Kosten und Bauzeit sind noch nicht absehbar und die anderen Parteien haben sich zu dem Vorstoß noch nicht geäußert, obgleich der Saarbrückener Linken-Stadtverordnete Lothar Schnitzler jüngst mit ähnlichen Überlegungen auffiel. 

Schon länger im Gespräch 

Generell ist die Idee einer Strecke Saarbrücken – Forbach schon seit längerem im Gespräch. 2013 erfolgte etwa ein Vorstoß von Gilbert Schuh, Bürgermeister der französischen Gemeinde Morsbach und Präsident des Eurodistricts SaarMoselle, der jedoch im Nichts verpuffte. 2015 geisterte einmal ein Kostenbetrag von 460 Millionen Euro für eine derartige Strecke im Saarländer Politikbetrieb herum, was den damaligen CDU-Landtagsabgeordneten Günter Heinrich veranlasste, eine Verlängerung der Saarbahn als Projekt für die nächsten 20 bis 30 Jahre zu bezeichnen. 

Die AfD wünscht sich das offensichtlich etwas schneller. Ob das realistisch ist und ob es ihr gelingt, das Projekt nun endlich zum Thema zu machen, steht in den Sternen. Für die Partei wäre es jedenfalls ein Image-Coup.

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