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Wemding – Die „Entgeltoptimierung“ ist in Zeiten des Fachkräftemangels ein unverzichtbares Instrument für Unternehmen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen und bisherige zu binden. Entgelt- beziehungsweise Nettolohnoptimierung erhöht über steuerfreie Leistungen das verfügbare Nettoeinkommen der Beschäftigten. Möglich ist das durch steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse, die auch Benefits genannt werden und den Arbeitnehmern mehr Netto vom Brutto garantieren. Die geldwerten Leistungen in Form von Benefits erhalten die Mitarbeiter zusätzlich zum eigentlichen Gehalt. Solche Entgeltbausteine sind Tankgutscheine, Mitarbeiterrabatte, Firmenwagen, Weiterbildungsmaßnahmen, Handykosten-Übernahmen, Warengutscheine oder Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung.Die Finanzverwaltung des Landes Baden-Württemberg erklärte 2014: „Die Gewährung von Sachbezügen statt Barlohn ist wegen der steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber attraktiv.“ Steuerlich begünstigt sind die Zuwendungen des Arbeitgebers aber nur dann, wenn sie nicht als Bargeld ausgezahlt werden, sondern beispielsweise als Warengutscheine. Die Entgeltelemente sorgen de facto für eine Gehaltserhöhung der Beschäftigten, die aber nicht zu höheren Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen führt.

Wemding – Die Zahl der armutsgefährdeten deutschen Rentner und Pensionäre ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die erst Anfang dieses Jahres bekannt wurden, waren 2010 „nur“ 14 Prozent von ihnen durch Armut gefährdet. 2017 lag ihr Anteil schon bei 18,7 Prozent. Damit ist in keiner armutsbetroffenen Bevölkerungsgruppe der Zuwachs so groß wie bei den Rentnern. Inzwischen müssen 2,4 Millionen Menschen, die mindestens 40 Jahre lang in die deutsche Rentenkasse eingezahlt haben, mit einer Monatsrente von weniger als 1.000 Euro auskommen. Damit ist jeder dritte Rentner trotz lebenslanger Einzahlungen gezwungen, mit einem mageren dreistelligen Betrag auszukommen. Das geht aus der aktuellen Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Besonders gravierend ist die Rentenlage in den neuen Bundesländern. „Die Zahlen zeigen, dass es in Deutschland viele Senioren gibt, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen“, kommentierte Sachsen-Anhalts Sozialstaatssekretärin Beate Bröcker die Daten. In den neuen Ländern komme erschwerend hinzu, dass bei vielen Menschen die Rente die Haupt-Einkommensquelle sei und viele Rentner keine Zusatzeinkünfte aus Mieten oder Betriebsrenten hätten.