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Berlin - Seit dem 22. Januar heißt der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet. Entgegen mancher Unkenrufe ist die große Austrittswelle enttäuschter Anhänger von Friedrich Merz der CDU erspart geblieben. Dies scheint den Kurs von Laschet und anderen in der Partei zu bestätigen, die seit langem predigen, dass die Partei wohl kaum weitere Wähler nach rechts verlieren und gleichzeitig dort auch nur sehr schwer Wähler zurückgewinnen könne. Doch auch wenn Armin Laschet unter anderem durch eine ausgiebige digitale Tour durch die Ostverbände und ungewohnt öffnungsfreundlichen Äußerungen zur Corona-Politik einige Wogen in der Partei wieder glätten konnte, scheint er beim Wähler nicht sonderlich gut anzukommen.

Berlin - Die Frage nach der CDU-Kanzlerkandidatur wird auch eine Richtungsentscheidung: Will die Union sich vor allem um das Zurückgewinnen von AfD-Wählern bemühen oder will sie hingegen die bei um 20 Prozentpunkten liegenden Grünen wieder auf Maß zurückstutzen? Offensichtlich ist, dass es schwierig werden dürfte, beide Wählergruppen gleichzeitig anzusprechen. Wer sich auf AfD-Wähler fokussieren möchte, akzeptiert dass die Grünen die SPD auf Dauer als stärkste Oppositionskraft ablösen und zum Hauptgegner in der K-Frage werden. Wer hingegen Grünen-Wähler ins Visier nimmt, wird den Exodus der Konservativen hin zur AfD im Zweifel noch verstärken und endgültig das Ziel aus den Augen verlieren, die AfD langfristig wieder aus den Parlamenten zu vertreiben.

Berlin - Auch die Energiepolitik ist eines der Themengebiete, auf denen die Union in den letzten Jahren erheblich an Profil verloren hat. Nach dem eiligen – manche sagen übereilten – Atomausstieg par ordre du mufti nach dem Fukushima-Unglück weiß eigentlich niemand so genau, wofür die Union aktuell auf diesem Politikfeld steht. Windkraft, Kohle, Elektromobilität, alternative Kraftstoffe – überall bleibt die Partei eher schwammig positioniert.