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Berlin - Wahrscheinlich wird der Parteispitze der Linken vor dem Abgang von Gregor Gysi als Fraktionsvorsitzenden und der Wahl von Dietmar Bartsch und Sahra-Wagenknecht zu Co-Fraktionsvorsitzenden klar gewesen sein, dass es mit Wagenknecht mehr Probleme als mit Gysi geben würde. Aber die meisten dachten, dass Wagenknecht, die dem kommunistischen Flügel der Linken zugeordnet wird, durch ihre Kritik an der SPD anecken und mögliche rot-rote Koalition verunmöglichen würde. Dass sich die mit Oskar Lafontaine liierte Linken- Politikerin ausgerechnet durch markige Worte in der Flüchtlingsdebatte zu Wort melden würde, damit hatte wohl kaum jemand gerechnet.

Berlin - Gregor Gysi hat es bis zuletzt spannend gemacht. Er wollte unbedingt auf dem Bundesparteitag erklären, was Sache ist. Nun hat er angekündigt, sich von der Fraktionsspitze der Linken-Fraktion zurückzuziehen. Die größten Chancen für seine Nachfolge werden mit Dietmar Bartsch einem Vertreter des reformorientierten Flügels und mit Sahra Wagenknecht einer Vertreterin des linken Flügels der Partei eingeräumt. Beide haben im Gegensatz zu Gysi ein Manko: sie genießen nicht den Rückhalt der Gesamtpartei. Daher wird mit einer Doppelspitze aus Bartsch und Wagenknecht gerechnet.

Freitag, 05 Juni 2015 21:24

Muss die Linke bald ohne Gysi?

in Politik

Berlin - Er ist zweifelsohne der beste Redner der Linken, möglicherweise sogar aller derzeit im Bundestag vertretenen Parteien. Trotz seiner bisweilen seltsamen Ansichten ist Gregor Gysi das bekannteste Gesicht der Linken, oft auch ihr politischer Vordenker. Doch möglicherweise wird er nun seinen politischen Abschied einläuten. Auf dem nun anstehenden Bundesparteitag der Linken will Gysi sich diesbezüglich erklären.