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Frankfurt am Main - Der mutmaßliche Mörder Hussein K. der Freiburger Studentin Maria L. konnte unbemerkt nach Deutschland einreisen und  Asyl beantragen, offensichtlich durch einen fatalen Fehler der griechischen Behörden. In Griechenland soll Hussein K. bereits wegen versuchten Mordes verurteilt worden sein.  Die griechischen Behörden hätten es unterlassen Hussein K. trotz Verstößen gegen Bewährungs- und Meldeauflagen international per Fahndung auszuschreiben oder einen Hinweis an Interpol zu geben.

 Triest - Der Ökonom Angus Deaton, der für die Erforschung der Ursachen der weltweiten Flüchtlingsströme den Wirtschafts-Nobelpreis erhalten  hat, warnte Deutschland vor zu vielen Flüchtlingen. Deutschland sei am „Limit“. Zu viele Flüchtlinge destabilisiere Europa. Selbst das  Bundesamt für Migration und Flüchtlinge („Bamf“) rechnet aufgrund der Familienzusammenführung, wie ein  internes Papier bestätigt, mit etwa 500.000 weiteren ankommenden Flüchtlingen. Die Anzahl der unbearbeiteten Fälle liegt derzeit angeblich gleichfalls bei etwa 500.000 Anträgen.

Berlin - Jahrelang fungierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach in Fernsehrunden als konservatives Aushängeschild einer Partei, die unter der Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel alle konservativen Positionen geräumt hat. Seit der deutschen Grenzöffnung für Hunderttausende illegale Zuwanderer konnte er die Haltung „seiner“ CDU kaum noch vertreten und haderte öffentlich mit der ausgerufenen „Willkommenspolitik“ und der „Wir schaffen das“-Rhetorik.

London - Der Brexit-Schock sitzt tief. Jedes Ereignis verändert das Leben. Sigmar Gabriel spricht von einem „Schuss vor den Bug“. Zusammen fordern SPD-Chef Gabriel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in einem zehn Punkte Plan die „Neugründung Europas“. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nicht drum herum reden und meint, ein „weiter so“ dürfe es nicht geben. Sie erinnert an die „Friedensidee Europas. Sie mahnt zur Ruhe und Besonnenheit. CSU Chef Horst Seehofer postuliert Referenden zum „Kern moderner Politik“ und beansprucht in entscheidenden Fragen mehr Bürgerbeteiligung. Vom europäischen Grünen-Chef Reinhard Bütikofer verlautet die Kunde, dass es sich bei diesem Ereignis um einen „tiefschwarzen Tag in Europas Geschichte handelt. Die Linken kritisieren mit Sarah Wagenknecht die neoliberale Austeritätspolitik und verlangen eine Neuaurichtung der EU. FDP Chef Christian Lindner sieht in der Entscheidung der Briten eine erhebliche Mitverantwortung der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

München - Brexit, zusammengesetzt aus Britain und Exit, bedeutet einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. In einem Referendum sollen die Briten am 23. Juni 2016 über einen Brexit entscheiden. Derzeit liegen in Umfragen entsprechend die Befürworter eines Brexit knapp vorne. Insbesondere die UK Independence Party (UKIP oder Ukip), Partei für die Unabhängigkeit des Vereinigten Königreichs, mit ihrem Vorsitzenden Nigel Paul Farage befeuert den Brexit.

Mainz - FDP-Präsidiumsmitglied Volker Wissing (Jahrgang 1970), neuer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, übt scharfe Kritik an der geplanten Aufstockung der EU-Kredittranche für Griechenland. "Eine Grundlage der Eurorettung war Solidarität gegen Solidität", hebt der Freidemokrat hervor. Dies bedeute, dass das finanzielle Engagement der Euroländer im Gleichschritt mit der Umsetzung der notwendigen Reformen erfolgen sollte. "Es ist ein völlig falsches Zeichen, wenn die Reformunwilligkeit der griechischen Regierung nun auch noch mit der Bewilligung einer besonders hohen Kredittranche im Umfang von bis zu elf Milliarden Euro belohnt werden soll", stellt Volker Wissing klar.

Frankfurt am Main – Die Fraport AG kann auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Wie der Frankfurter Flughafenkonzern mitteilte, lag der Gesamtumsatz 2015 mit 2,58 Milliarden Euro 8,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Beim operativen Ergebnis vor Investitionsaufwand (EBITDA) legte Fraport um 7,4 Prozent auf 848,8 Millionen Euro zu, der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 7,8 Prozent auf 520,5 Millionen Euro. Auf der diesjährigen Fraport-Hauptversammlung soll den Aktionären daher erneut eine Dividende von 1,35 Euro pro Aktie vorgeschlagen werden.

Brüssel - Die Gespräche zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras sind zwar ergebnislos verlaufen, Juncker hat aber deutlich werden lassen, dass er zu Zugeständnissen gegenüber Athen bereit ist. Dies wird ihm nun als Fehler ausgelegt, vor allem in der Union.

Wiesbaden – Die deutschen Exporte nach Griechenland sind im Zuge der Eurokrise spürbar zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, erreichte der Wert der Ausfuhren aus Deutschland in das Land an der Ägäis 2013 einen Tiefstand von 4,7 Milliarden Euro. Der Exportwert fiel damit 41 Prozent niedriger aus als noch im Jahr 2008, wo mit 8,0 Milliarden Euro der bisherige Höchstwert erreicht wurde. 2014 gab es nach den Berechnungen der Wiesbadener Statistiker wieder einen leichten Anstieg der Ausfuhrwerte, die jedoch mit 5,0 Milliarden Euro auf dem Niveau verblieben, das vor 2001 bestand.