saar-depesche.de

Donnerstag, 13 April 2017 01:17

Auffälligkeiten beim Anschlag von Dortmund

in Politik

Frankfurt am Main - Viele Fußballfans wurden gestern Abend kalt erwischt: Das Fußballspiel zwischen Dortmund und Monaco wurde abgesagt, nachdem der Mannschaftsbus von Dortmund von drei Bombenexplosionen stark beschädigt und der Dortmunder Fußballer Marc Bartra leicht verletzt wurde. Gestern war noch völlig unklar, was das Motiv für die Tat gewesen sein könnte. Angesichts der zahlreichen islamisch motivierten Terroranschläge in den letzten Monaten und Jahren lag zwar ein derartiges Motiv auch hier von Anfang an nahe, doch einige Umstände unterscheiden sich von allen bisherigen Anschlägen in Europa. HESSEN DEPESCHE stellt einige Auffälligkeiten vor.

Berlin - "Die jungen Männer haben das Bundesverdienstkreuz verdient", sagte der SPD-Verteidigungsexperte Johannes Kahrs der "Bild"-Zeitung. "Was sie getan haben, zeugt von tiefem Respekt gegenüber ihren deutschen Gastgebern. Mehr Ankommen, mehr Integration ist kaum vorstellbar. Das ist vorbildlich.”

Wiesbaden/Heusenstamm – Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ismail Tipi, sieht das soziale Netzwerk Facebook zunehmend durch Islamisten missbraucht. „Hassprediger wie Pierre Vogel, Sven Lau und Ibrahim Abou-Nagie haben eine Fanpage in Facebook. Sie wird von Zehntausenden geliked. Das birgt große Gefahren. Jugendliche und Kinder sehen eine verifizierte Seite und glauben den Inhalten, die dort veröffentlicht werden. Sie lassen sich beeinflussen, ohne dass es nach außen hin direkt erkennbar ist“, so der CDU-Politiker.

Stuttgart – Der Historiker Götz Aly hat die Befreiung der Stadt Palmyra durch die syrische Armee begrüßt. Dort habe nicht eine Terrorgruppe die andere vertrieben, wie manche Medien behauptet hätten. In einem Gastkommentar für die „Stuttgarter Zeitung“ erklärte Aly: „Ich finde, Soldaten der syrischen Regierung befreiten Palmyra mit russischer Hilfe, und freue mich darüber.“ Nun sei es notwendig, „dass die politisch Verantwortlichen in Washington, London und Paris aus den Fehlern der vergangenen 13 Jahre lernen: Die Zerstörung der gewiss schlechten staatlichen Ordnungen im Irak, in Libyen und zum erheblichen Teil in Syrien kostete Hunderttausende Menschen das Leben, Millionen das Lebensglück und endete in infernalischem Chaos“, stellte der Historiker fest.

Wiesbaden - Über Monate hinweg hat die türkische Regierung darauf verzichtet, wirksam gegen die Terror-Milizen des „Islamischen Staates“ (IS) vorzugehen, weil sie es offenbar mit Freude gesehen hat, dass der IS massiv gegen kurdische Milizen und Stellungen in Syrien und im Irak zu Felde zieht. Seitdem es in der Türkei zu mehreren terroristischen Anschlägen gekommen ist, die vor allem den Kurden zugerechnet werden, geht der türkische Staat immer stärker gegen kurdische Gruppen vor.