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Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit

Aras Group: Gewinnt Hassan Najjar millionenschwere Investitionen in neue Immobilienprojekte?

Mittwoch, 19 Juni 2019 02:41

Dubai – Im Februar 2017 beschäftigte sich die „Allgemeine Bauzeitung“ (ABZ) mit dem boomenden Immobilienmarkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und den sich daraus ergebenden Chancen für Projektfinanzierer. In dem faktenreichen Artikel hieß es: „Die Metropolen der Golfregion Dubai, Abu-Dhabi oder Katar gehören zu den wirtschaftlich wie auch politisch stabilen VAE-Staaten. Sie stellen in der direkten Nachbarschaft zu Saudi-Arabien, dem Iran und manch anderen krisengeschüttelten Ländern eine Insel der Prosperität dar, ohne dabei in Glaubens- oder gar kriegerische Konflikte verstrickt zu sein. Diese Sicherheit und Stabilität honoriert die Wirtschaft mit entsprechendem Wachstum.“ Der Autor zählt zu den großen „baulichen Themen“ neben den schlagzeilendominierenden Prestigeobjekten den „bezahlbaren Wohnungsbau, den beständigen Ausbau der Infrastruktur“ inklusive moderner Massentransportsysteme und „einen alle Baumaßnahmen durchdringenden Willen zur Nachhaltigkeit“. Statt leerstehender Spekulationsobjekte würden in den VAE immer häufiger belebte Wohnquartiere für Normalverdiener entstehen.

Das hat auch die in Dubai ansässige Aras Group DWC LLC erkannt und bereits 2018 damit begonnen, Investorengelder für zwei ehrgeizige Bauvorhaben einzuwerben, die in der Golfregion unter den Namen „Warsan Village“ und „Pulse Project“ bekannt sind. Das global vernetzte Unternehmen ist nicht nur in der Immobiliensparte, sondern auch in den Sektoren Investment, Beteiligungen, Warenhandel, Unternehmensberatung und Logistik tätig. Zum Firmenverbund gehören die Aras Investment and Participation Ltd., die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd. sowie die Aras Properties Ltd.

Das in Dubai entstehende „Warsan Village“ grenzt direkt an die International City und an die Mohammed bin Zayed Road. Es ist als eine geschlossene Gemeinschaft für ein komfortables und ruhiges Familienleben konzipiert und zählt 936 zweistöckige Stadtwohnungen mit jeweils 187 Quadratmetern einschließlich der Terrassen. Zahlreiche Restaurants, Cafés und Geschäfte sollen den Wohlfühlfaktor der Anlage noch erhöhen. Zu dem neuen Wohn- und Lebensprojekt im Stadtgebiet Al Warsan wird ein 10.000 Quadratmeter umfassendes Clubhaus und eine 1.000 Quadratmeter große Moschee gehören. Mit einem besonderen Lifestyle-Konzept soll auch das „Pulse-Project“ punkten. Dieses Immobilienvorhaben wird in unmittelbarer Nähe eines großen Boulevards in Dubai realisiert und wird laut den Planern durch die Einbeziehung von Einzelhandel, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen eine einmalige Wohnatmosphäre schaffen. Im Mittelpunkt steht aber der Bau von schmucken Reihenhäusern mit Gärten und Terrassen.

Eine Schlüsselrolle bei der Kapitalbeschaffung für solche und andere Investments spielt der Deutsche Frank Kahn. Der Key-Account-Manager der Aras Group vermittelt arabisches Geld nach Europa und europäisches Geld in die Golfstaaten und fördert so die wirtschaftliche Vernetzung und den interkulturellen Austausch. Insbesondere die deutsche Gründerszene, die immer schwieriger an konventionelle Bankkredite herankommt, profitiert von dem Risikokapital aus dem Mittleren Osten.

Innerhalb der Aras Group scheint Hassan Najjar immer mehr Einfluss zu haben, obwohl er offiziell nur als Unternehmenssprecher in Erscheinung tritt. Zu Jahresbeginn teilte er mit, dass die Kapitalvermittlungsgesellschaft ihre Immobilienaktivitäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten massiv verstärken und 2019 Investitionen im dreistelligen Millionenbereich tätigen wird. Eines dieser Projekte dreht sich um eine große Hotelanlage, die als nobler Alterssitz für betuchte Senioren umgebaut wird. Das Investitionsvolumen soll allein hier bei rund 200 Millionen US-Dollar liegen. Darüber hinaus investiert die Aras Group in die innovative Sparte der „Wohntürme“. Die etwa 100 Wohneinheiten eines projektierten Turmes sollen zum Kauf angeboten werden. Ein weiteres Großprojekt, das die Aras Group zusammen mit ihrem Partner-Netzwerk aus Banken, Versicherern und Privatinvestoren stemmt, zielt auf die Errichtung von nicht weniger als 1.300 Wohneinheiten. Najjar resümiert: „An den aktuellen Projekten wird deutlich, dass die Aras Group ihre Aktivitäten in der Region VAE, speziell in Dubai, in diesem Jahr noch einmal deutlich ausweiten wird. Hinzu kommen weitere eigene Projekte, zum Beispiel das Expo-2020-Projekt. Grundsätzlich möchte die Aras Group mit der Finanzierung durch Investoren erreichen, dass eine Finanzierungsalternative zum klassischen Bankkredit genutzt werden kann. Darüber hinaus besteht ein weiteres Ziel darin, eine Verbindung zwischen Arabien und Europa zu schaffen, sodass auch immer mehr europäische Unternehmen die Finanzierungsmöglichkeiten nutzen können.“

Dass die Zeichen für Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate weiter auf Wachstum stehen, hängt zu einem gewissen Teil auch mit der langjährigen Investitionstätigkeit der Aras Group zusammen. Bei Germany Trade and Invest (GTAI), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, heißt es dazu: „Die Investitionen in den VAE steigen weiter. Der Projektdatenbank Meed Projects zufolge wurden in den ersten elf Monaten 2018 die Hauptaufträge im Gesamtwert von knapp 43 Milliarden US-Dollar vergeben. Dies entspricht fast der Hälfte des Projektwertes der gesamten GCC-Region. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die neu vergebenen VAE-Projekte um neun Prozent zu.“

Nach eigenem Bekunden hat die Aras Group bis Ende 2018 Anlagekapital in Höhe von 816,5 Millionen US-Dollar für fast 100 Projekte in den VAE vermittelt. Das Geld floss unter anderem in den Immobiliensektor, den Bereich der erneuerbaren Energien, das Gastgewerbe und in diverse Start-ups. „Wir haben Zugang zu verschiedenen Kreditgebern in verschiedenen Kreditmärkten, sodass wir die wettbewerbsfähigsten Lösungen für ein Geschäft finden können. Unser Netzwerk von Finanzierern umfasst Banken, Investmentfonds und mehrere Regierungsstellen“, verrät Hassan Najjar. Seine Firmengruppe habe „Subventionen erhalten, um unterschiedliche Projekte zu finanzieren und Start-ups zu fördern“, die heute allesamt Erfolgsgeschichten seien.

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