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Betriebsrenten zur Verhinderung von Altersarmut immer wichtiger

DG-Gruppe: Josef Bader berät 2.500 Unternehmen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV)

Mittwoch, 20 Februar 2019 12:32
Josef Bader, der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Michael Rentmeister, Aufsichtsratsvorsitzender der DG-Gruppe AG Josef Bader, der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Michael Rentmeister, Aufsichtsratsvorsitzender der DG-Gruppe AG Quelle: SAAR DEPESCHE

Wemding – Die Leistungen, die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zur Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung gewährt, werden unter dem Oberbegriff der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zusammengefasst. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer hierzulande einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung. Damit ist gemeint, dass er Teile seines Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld in bAV-Beiträge umwandeln kann, um sich für das Alter eine Zusatzrente aufzubauen. Diesen Anspruch auf Zusatzversorgung haben alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherten bis zur Höhe von acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung. Arbeitnehmer müssen für ihr Einkommen bis zu einer bestimmten Höhe Beiträge an die gesetzliche Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung entrichten. Diese Einkommenshöhe ist die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) als Obergrenze des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgeltes. Für das Jahr 2019 beträgt der BBG-Wert in der gesetzlichen Rentenversicherung 80.400 Euro in West- und 73.800 Euro in Ostdeutschland.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmerwunsch nach einer Entgeltumwandlung nachzukommen. Er darf allerdings selbst entscheiden, welche Anlageform beziehungsweise welchen Durchführungsweg er anbietet. Grundsätzlich wird zwischen einer unmittelbaren Versorgungszusage – hier beruht das Versorgungsverhältnis auf einer direkten Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und einer mittelbaren Durchführung unterschieden. Bei der mittelbaren Variante erfolgt die bAV über einen externen Versorgungsträger. Von den fünf Durchführungswegen wird bei einer unmittelbaren Versorgungszusage des Arbeitgebers die Direktzusage und bei der mittleren die Pensionskasse, der Pensionsfonds, die Unterstützungskasse oder die Direktversicherung gewählt. Wenn der Arbeitgeber selbst keinen Durchführungsweg anbietet, kann der Arbeitnehmer die Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung verlangen. Eine Versorgung via Pensionszusage oder Unterstützungskasse wäre nur im Einvernehmen zwischen beiden möglich. Welchen Durchführungsweg ein Unternehmen für die bAV nutzt, wird einzelvertraglich, betrieblich oder tariflich festgelegt. Dabei können die Beiträge alleine vom Arbeitnehmer oder zusammen mit dem Arbeitgeber aufgebracht werden.

Wegen mittelfristig sinkender gesetzlicher Renten wird die bAV für die Alterssicherung der Arbeitnehmer immer wichtiger, betont Josef Bader, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG. Die DGbAV aus dem bayerischen Wemding unterstützt Unternehmen bei der Einführung und Handhabung der bAV. Durch Vorträge und individuelle Beratungsgespräche zertifizierter Spezialisten bekommen Firmen die Potenziale der Entgeltumwandlung auf der Basis der aktuellen Gesetzeslage erläutert. Die Betriebsrenten-Profis zählen die effiziente Einführung der Entgeltumwandlung, die Beratung von Mitarbeitern, die Überprüfung von Pensionszusagen, die liquiditätsschonende Auslagerung bestehender Versorgungsverpflichtungen sowie das Outsourcing betrieblicher Versorgungswerke zu ihren Hauptaufgaben. In den Mitarbeitergesprächen weisen die DGbAV-Experten immer wieder darauf hin, dass die Entgeltumwandlung aus dem Bruttoeinkommen finanziert wird, sodass Arbeitnehmer von besonderen Steuervorteilen und Ersparnissen bei der Sozialversicherung profitieren. Sie erinnern auch daran, dass die bAV im Falle der Arbeitslosigkeit sogar vor einer Anrechnung im Sinne der Hartz-IV-Gesetze sicher ist.

Josef Bader, der auch Gründer und Chef der DG-Gruppe AG ist,beschreibt seine Vorgehensweise so: „Wir führen grundsätzlich Gespräche auf Geschäftsführerebene und analysieren erst einmal, was in dem jeweiligen Unternehmen bisher im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge angegangen wurde. Wenn wir dann sehen, was dieses Unternehmen tatsächlich alles anzubieten hat, geht es im nächsten Schritt darum, alles zu modifizieren und zu optimieren. Danach kommt die Belegschaftsberatung. Das bedeutet, dass wir das erarbeitete Modell den Beschäftigten durch Einzelberatungen näherbringen.“ Bader schwört trotz der jahrelangen Niedrigzinsphase, die die Sparer der Europäischen Zentralbank zu verdanken haben, auf Betriebsrenten: „Ein Arbeitnehmer, der 100 Euro in eine betriebliche Altersvorsorge investiert, bringt dafür ja immer nur 50 Euro selbst auf, also die Hälfte. Zeigen Sie mir mal eine andere Sparform, wo Sie 20 Euro anlegen und 40 Euro investiert werden.“ Für Beschäftigte gebe es deshalb kaum ein besseres Instrument als die bAV, um sich vor Altersarmut zu schützen.

Aber auch für die Arbeitgeber ist die betriebliche Altersversorgung ein flexibles und kostengünstiges Modell, um die Zukunft ihrer Mitarbeiter zu sichern und die Zufriedenheit im Betrieb zu erhöhen. Längst hat sich die bAV als Instrument der Mitarbeitergewinnung- und -bindung im Vergütungssystem vieler Firmen etabliert. Qualifiziertes Personal zu finden, fällt vielen Unternehmen immer schwerer. Wer Fach- und Führungskräfte für sich gewinnen will, muss als Arbeitgeber mit seinem sozialen Profil überzeugen und etwa über Betriebsrenten objektive Vorteile anbieten. Unternehmen, die von sich aus Mitarbeitern eine betriebliche Altersabsicherung anbieten, binden und motivieren qualifizierte Beschäftigte, verschaffen sich einen Imagegewinn, erfüllen vorbildlich den gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung, können den Durchführungsweg selbst bestimmen und bei Gruppenverträgen mit besonders günstigen Konditionen rechnen.

Diesen materiellen wie immateriellen Mehrwert will die DG-Gruppe AG unter Vorstandschef Josef Bader möglichst vielen Unternehmen anbieten. Zu der Finanzdienstleistungs-Holding, die im Freiverkehr der Hamburger Börse notiert ist, gehören neben der schon genannten DGbAV die Deutsche Gesellschaft für Entgeltoptimierung (DGEO), die Deutsche Gesellschaft für Vermögensentwicklung mbH (DGVE), die DG-Akademie sowie die DG-Clearingstelle. Unter dem Motto „Mehrwert schaffen. Für Menschen und Unternehmen“ führten Mitarbeiter der DG-Gruppe laut Selbstauskunft schon über 15.000 Arbeitgebergespräche durch, um mit den Fachabteilungen DGbAV und DGEO maßgeschneiderte bAV-Modelle zu erarbeiten. Aus diesem Erfahrungsschatz heraus hat die Unternehmensgruppe ein „modular nutzbares Rundum-Sorglos-Paket für Arbeitgeber“ entwickelt. Ziel ist es, alle Versorgungszusagen zu prüfen und die Durchführungswege bei einer Betreuungsstelle zusammenzuführen, um den Verwaltungsaufwand und die Haftung des Arbeitgebers zu minimieren. Seitens der DG-Gruppe heißt es dazu: „Hierbei helfen nicht nur qualifizierte Mitarbeiter der DG-Clearingstelle, sondern auch ein selbst entwickeltes digitales Tool (HR-MultiTool). Hier werden alle Unterlagen und Dokumente rund um die Themen bAV und Entgeltoptimierung digital bereitgestellt und alle möglichen Vorgänge verwaltet – zum Beispiel Arbeitnehmerwechsel, Tarifveränderungen und Informationen zur Vertragsentwicklung. Somit wird sichergestellt, dass mitgebrachte Versorgungszusagen neuer Arbeitnehmer übernommen und damit erhebliche Verluste vermieden werden.“

Um eine bestmögliche Außenwirkung bei der Mitarbeiterwerbung zu erzielen, unterstützt die DG-Gruppe den Arbeitgeber beim Employer Branding. Dies geschieht unter anderem durch die Erstellung einer speziellen Mitarbeiterbroschüre, einer unternehmensindividuellen Kreditkarte und einer Unternehmens-App für digitale Einkaufsgutscheine.Durch den bedarfsgerechten Einsatz der Module soll die Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter gesteigert und ihrer Altersarmut entgegengewirkt werden.

Derzeit betreut die DG-Gruppe in Deutschland rund 2.500 Unternehmen, darunter so bekannte Arbeitgeber wie die Elobau GmbH & Co. KG, die Einzelhandelskette Schuh Kay und den Textildiscounter Takko. „Unsere Kunden sind der Mittelstand, das heißt Firmen mit zehn bis zu mehreren Tausend Mitarbeitern“, erklärt Josef Bader zufrieden.

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