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Auch in anderen Euro-Staaten hängt man an den alten Scheinen und Münzen

DM-Nostalgie: Deutsche haben noch 12,76 Milliarden Mark gehortet

Montag, 18 Juli 2016 22:10
Deutsche Banknote der vierten Serie (ab 1989/90) Deutsche Banknote der vierten Serie (ab 1989/90) Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Frankfurt am Main - Mehr als 14 Jahre nach der Bargeld-Einführung der Gemeinschaftswährung Euro horten die Deutschen immer noch Milliardenbeträge in ihrer alten Währung, der Deutschen Mark.

Wie die in Frankfurt am Main ansässige Bundesbank jetzt mitteilte, waren Ende Juni noch DM-Scheine und -Münzen im Wert von 12,76 Milliarden Mark im Umlauf – das entspricht 6,53 Milliarden Euro. Seit dem 1. Januar 2002, als der Euro Barzahlungsmittel wurde, sind insgesamt 167,3 Millionen Banknoten und 23,5 Milliarden Münzen in D-Mark noch nicht zurückgegeben worden. 

Die Bundesbank vermutet, dass ein Großteil des Geldes aus nostalgischen Gründen aufbewahrt und gesammelt wird oder einfach verloren gegangen ist. Besonders beliebte Sammelobjekte sind der Glückspfennig und der 10-Mark-Schein.

Die Sehnsucht nach den Traditionswährungen als Ausdruck der nationalen Währungssouveränität ist offenbar in vielen Ländern der Euro-Zone groß. Laut Bundesbank gibt es auch in Spanien, Italien und Frankreich viele Menschen, die Peseten, Lira und Franc noch nicht in Euro umgetauscht haben. 

In Deutschland werden jedes Jahr Münzen und Scheine im Wert von durchschnittlich 100 Millionen Mark zurückgegeben. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es wieder um die 50 Millionen Mark.

Bei allen Filialen der Deutschen Bundesbank können D-Mark-Bestände weiterhin kostenfrei und zeitlich unbefristet in Euro umgetauscht werden.

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