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Crowdinvesting-Plattform bringt Projektentwickler und Anleger zusammen

Exporo AG: Dr. Björn Maronde wirbt für risikoreduzierte digitale Immobilieninvestments

Montag, 06 April 2020 22:01
Dr. Björn Maronde ist Gründer und Vorstand der Exporo AG Dr. Björn Maronde ist Gründer und Vorstand der Exporo AG Quelle: Exporo.de

Hamburg – Vor sechs Jahren gründeten Simon Brunke, Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Bütecke die Online-Plattform „Exporo“, um Projektentwickler und Anleger zum beiderseitigen Vorteil zusammenzubringen. Die einen suchen Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit und die anderen Anlagealternativen zum Nullzins-Einerlei. Mithilfe eines innovativen Crowdinvesting-Ansatzes setzt das Exporo-Team gemeinsam mit Projektträgern erfolgreich Immobilienfinanzierungen um. Mit Crowdfunding kann wirklich jeder direkt in Immobilien investieren. Das Crowdinvesting als Sonderform der Schwarmfinanzierung ist für Projektgesellschaften deshalb so interessant, weil Banken bei der Finanzierung von Immobilienprojekten mindestens 20 Prozent Eigenkapital verlangen. Mit dem Exporo-Modell können Entwickler über die Crowd sogenanntes Mezzanine-Kapital als Mischform aus Eigen- und Fremdkapital einsammeln. Aus Bankensicht zählt das nachrangige Crowdkapital zum Eigenkapital und bedeutet damit eine zusätzliche Sicherheit. Deshalb zahlen die Projektträger den Geldgebern auch außergewöhnlich hohe Zinsen für die Aufbesserung ihres Eigenkapitalpolsters.

Unter dem Motto „Einfach und direkt in Immobilien investieren“ bietet Exporo auch Kleininvestoren einen Überblick über Immobilienprojekte, in die sie einfach, transparent und gebührenfrei investieren können. 2014 ging die Plattform mit dem Investmentangebot „Feldbrunnenstraße“ an den Start und warb innerhalb von drei Monaten mehr als 2,1 Millionen Euro ein. Schon nach dreieinhalb Jahren betrieb man die führende deutsche Plattform für digitale Immobilienfinanzierungen.Die Exporo AG beschäftigt inzwischen über 200 Mitarbeiter und hat ihren Sitz Am Sandtorkai 70 in der Hamburger HafenCity.

Anleger haben die Wahlmöglichkeit zwischen „Exporo Finanzierung“ und „Exporo Bestand“. Beim ersten Modell kann sich der Investor schon mit 500 Euro an erfolgversprechenden Immobilienprojekten wie dem Bau neuer Wohn- oder Gewerbeimmobilien beteiligen. Bei kurzen Laufzeiten winkt eine Jahresverzinsung von vier bis sechs Prozent. „Bisher haben nur institutionelle Investoren und solche mit viel Geld, Zeit und Fachwissen an Immobilien verdient. Jetzt haben auch Kleinanleger die Chance“, erklärt Vorstandschef Simon Brunke. Bei „Exporo Bestand“ beteiligt man sich an lukrativen Bestandsimmobilien und profitiert von regelmäßigen Ausschüttungen aus den Mietüberschüssen und Wertsteigerungen des Objektes. Hier beträgt die Mindestsumme zur Erzielung einer jährlichen Rendite von drei bis sechs Prozent 1.000 Euro. Die Anleger werden gewissermaßen zu digitalen Miteigentümern, müssen sich aber nicht selbst um die Vermietung und Instandhaltung der Immobilie kümmern. Die individuellen Eigentumsanteile können jederzeit zu einem selbst festgelegten Preis auf einem speziellen Handelsplatz angeboten werden, falls schnell Geld benötigt wird. Das geht bei einem konventionellen Immobilieninvestment gar nicht.

Der vertretungsberechtigte Vorstand der Exporo AG besteht heute aus Simon Brunke als Vorsitzendem sowie Dr. Björn Maronde und Julian Oertzen. Simon Brunke gründete schon in seiner Studentenzeit eine Firma für Finanzdienstleistungen. Mit langjähriger Erfahrung im Finanzmanagement und der operativen Geschäftsführung leitet er bei Exporo die Bereiche Finanzen und Strategie. Maronde studierte Rechtswissenschaften, machte zusätzlich einen MBA und war danach als Unternehmensberater und Geschäftsführer tätig. Beim Hamburger FinTech ist er für die Felder Vertrieb, Marketing und IT zuständig. Oertzen leitet das Real Estate-Team und ist Ansprechpartner für die Projektentwickler. Nach seinem Maschinenbaustudium arbeitete er zunächst als Unternehmensberater und führte später als technischer Geschäftsführer ein CleanTech-Start-up.

Das Vorstandstrio Brunke, Maronde und Oertzen kennt und vertraut sich seit Langem, was zum durchschlagenden Markterfolg von Exporo beigetragen haben dürfte. Maronde erinnert sich noch genau an den zündenden Gedanken zur Gründung der digitalen Investment-Plattform: „Simon kenne ich, seitdem ich elf Jahre alt bin, wir gingen in eine Klasse. Nach dem Abitur war ich bei den Gebirgsjägern, habe in Göttingen Jura studiert und in Hamburg promoviert. Allerdings spürte ich, dass eine juristische Laufbahn nicht so prickelnd für mich ist. Inspiriert von Simon, brodelte das ‚Unternehmer-Gen‘ in mir. Das hat mich inspiriert, neue Wege zu gehen.“ Er habe dann bei einem Medizintechnik-Unternehmen angefangen und seinen Hang zum Digitalen entdeckt. Parallel habe er einen MBA gemacht, an Wochenenden studiert, eine Familie gegründet und für ‚Team Europe‘ in Berlin gearbeitet. „Über Xing kam ich mit der Plattform ‚Kapitalfreunde‘ zusammen, habe mit dem Gründer einen Businessplan entwickelt und den Launch des Portals aktiv begleitet. Wir brauchten Risikokapital, fanden aber nicht direkt Investoren“, so der heutige Marketing- und IT-Vorstand. „Da erinnerte ich mich an Simon, der an einem ähnlichen Projekt dran war und von der Immobilien-Idee ebenso angefixt war wie ich.“ Das sei im Jahr 2013 die Geburtsstunde ihrer gemeinsamen Geschäftsidee gewesen.

Ihr FinTech ist bemüht, den Anlegern eine möglichst fundierte Grundlage für ihre Investmententscheidungen zu bieten. Das „Exporo Investment-Rating“ soll Anlegern die Möglichkeit geben, Immobilienprojekte auf einen Blick zu vergleichen und richtig einzuschätzen. Dabei werden für sechs Kriterien Punkte vergeben – für Standort, Finanzierungsstruktur, Verkaufs- oder Vermietungsstand, Status des Immobilienprojektes, Erfahrung des Projektentwicklers und Maßnahmen zur Risikoreduzierung. Im Rahmen des standardisierten Verfahrens werden für die sechs Kriterien Punkte vergeben: je weniger Punkte ein Projekt hat, desto geringer ist das eingeschätzte Risiko. Das Spektrum reicht von „AA“ (bestmögliche Bewertung) bis „F“ (weniger gute Bewertung). Hauseigene Fachleute bewerten jedes Projekt anhand von aussagekräftigen Rahmen-, Markt- und Investmentdaten. In einem mehrstufigen Prüfungsprozess werden branchenübliche Immobilienkennzahlen und projektträgerspezifische Unterlagen nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft und für die Anleger möglichst detailliert aufbereitet. Trotz dieser sorgfältigen Vorprüfungen ist die Anlageform naturgemäß risikobehaftet. Als Risikoausgleich locken aber auch hohe Zinsen.

„Viele Anfragen sortieren wir sofort aus, weil bestimmte Faktoren nicht unserem Qualitätsstandard entsprechen. So muss der Projektentwickler beispielsweise eigenes Geld mitbringen, wir ersetzen also nicht komplett sein Eigenkapital“, betont Björn Maronde. Natürlich könne ein Projekt trotz gewissenhafter Auswahl auch in eine Schieflage geraten. Man habe deshalb intensiv am Reporting gearbeitet, um die Daten streng prüfen und Abweichungen rechtzeitig erkennen zu können. „Wir kontrollieren auch vor Ort, ob die gemeldeten Baufortschritte tatsächlich erfolgt sind. So können wir bei Stresssituationen gemeinsam mit dem Entwickler entgegensteuern“, so der Immobilienprofi. Er rate allen Exporo-Kunden, das Anlagerisiko zu streuen und besser in sechs oder sieben Projekte zu investieren als in zwei oder drei.

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