saar-depesche.de

Freigegeben in Wirtschaft

Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit

Facebook geht künftig gegen Hasskommentare vor

Montag, 18 Januar 2016 21:05
facebook® Logo facebook® Logo Quelle: facebook®

Berlin - Das soziale Netzwerk Facebook gibt dem Druck von Seiten des Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD) nach und kündigt an, in Zukunft stärker gegen Hasskommentare seiner Nutzer vorgehen zu wollen.

Mithilfe eines externen Partners, der Bertelsmann-Tochter Arvato, sollen nun gemeldete Inhalte überprüft und gegebenenfalls schneller gelöscht werden. Arvato beschäftigt hierfür extra arabisch, französisch und türkisch sprechende Mitarbeiter. Die Rede ist von einem Mitarbeiterstab in dreistelliger Zahl.

„Facebooks Gemeinschaftsstandards verbieten Hassreden, Terrorismus sowie bestimmte Gewaltandrohungen und Mobbing“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Man investiere darum immer mehr in solche nationale Teams und wolle mit weltweiten Partnern zusammenarbeiten. Die Leitung liege aber weiterhin in der Firmenzentrale in Dublin.

Erst kürzlich hatte Bundesjustizminister Maas mehr Engagement im Kampf gegen Hasskommentare im Internet von dem Unternehmen gefordert. Dieses betrieb die Prüfung und Löschung von gemeldeten Kommentaren und Statusmeldungen bisher von Dublin aus. Mitunter vergingen Tage bis eine Löschung überhaupt erfolgte, was dem SPD-Politiker überhaupt nicht schmeckte.

Der netzpolitische Sprecher der Grünenfraktion, Konstantin von Notz, erklärte, die deutschen Prüfer könnten nur wesentlich effektiver gegen die Urheber vorgehen. „Inhalte müssen nicht nur entlang der deutschen Rechtslage überprüft und schnellstmöglich gelöscht werden, sondern gelöschte Kommentare auch an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.“

Auch seine Parteikollegin Renate Künast begrüßte den Schritt: „Die bisherige Praxis war nicht praktikabel und hat mehr und mehr zu rechtswidrigen Ergebnissen geführt.“ Die Einführung eines deutschsprachigen Teams war mehr als überfällig.

Facebook hatte sich bisher immer dagegen verwehrt, seine Nutzer bezüglich ihrer Kommentare mehr zu überwachen. Eine zentrale Stelle für die Überprüfung von gemeldeten Inhalten schien dem Konzern ausreichend. Doch nicht in allen Ländern teilt man die enggesteckten Maßgaben der Bundesrepublik bezüglich fremdenfeindlichen Äußerungen. So war anhand des Themas eine Diskussion über die Meinungsfreiheit in Deutschland entbrannt. Kritiker befürchten nun eine stärkere Zensur im Sinne der Regierenden auf den Seiten des sozialen Netzwerkes.

Artikel bewerten
(1 Stimme)