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Studie aus den USA belegt Zusammenhang

Klimarisiko Viehhaltung: Antibiotika begünstigt Methanbildung aus der Kuhflade

Sonntag, 29 Mai 2016 17:36
Antibiotika in Rindviehhaltung begünstigt Bildung von Klimagasen Antibiotika in Rindviehhaltung begünstigt Bildung von Klimagasen Quelle: HESSEN DEPESCHE

Denver - Dass überhöhter Fleischkonsum im Verdacht steht die Entwicklungen einiger Krebserkrankungen zu begünstigen, ist bekannt. Auch dass sich die Rinderzucht über das ausgestoßene Methan auf das Weltklima ungünstig auswirkt, weiß man. Dass allerdings zudem das vermehrt in der Rinderzucht eingesetzte Antibiotika zusätzlich dafür sorgt, dass die Viehcher noch mehr an Methan produzieren, wurde nun durch Forscher in den USA belegt.

Tobin Hammer und Kollegen wollten an der University of Colorado in Boulder (USA) klären, wie sich die Gabe von Antibiotika konkret auf die Methanproduktion in den Kuhfladen auswirke. Fünf von zehn an der Studie beteiligten Rindern bekamen ein in der Landwirtschaft häufig eingesetztes Breitbandantibiotika. In einige der Kuhfladen wurden dann Dungkäfer gesetzt. Üblicherweise stoppen die Mistkäfer die Methanproduktion aus der Scheisse dadurch, dass diese die Kuhfladen durch die Bildung kleinerer Gänge mit Sauerstoff in Kontakt bringen.

Durch die Beigabe von Antibiotika entwickelten sich, so fand man heraus, die Treibhausgase (Methan, Lachgas und Kohlendioxid) aus der Kuhflade aber eindeutig begünstigt. Die Mikrobenzusammensetzung innerhalb der Ausscheidungen der Wiederkäuer war eine andere. Etwa die doppelte Menge an Methangas setzten mit Antibiotika behandelte Rinder aus dem Kuhfladen frei. Das geschehe offenbar unabhängig davon, wie stark die Scheisse durch Käfergänge durchlüftet sei.

Eigentlich ist die Hauptquelle für die Methanbildung, sagen Forscher, in der Viehhaltung aber eine andere. Weitestgehend entstehen die Treibhausgase nicht erst aus den Kuhfladen, sondern zuvor schon beim Wiederkäuen. Beim Zelluloseabbau im Pansenmagen der Wiederkäuer wird ein Gemisch aus Treibhausgasen freigesetzt, das durch Rülpser in die Atmosphäre gelangt. Dem sei die Pharmaforschung aber bereits durch die Entwicklung von Wirkstoffen, die bereits in der noch kauenden Kuh wirken, begegnet.

Tatsächlich läuft dieser Vergasungsprozess aber noch einige Zeit in den Kuhfladen weiter.

Letzte Änderung am Sonntag, 29 Mai 2016 17:45
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