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Vier-Jahres-Vertrag in Abu Dhabi geschlossen

Lufthansa und Etihad Airways bauen ihre Kooperation aus

Freitag, 03 Februar 2017 20:05
Lufthansa und Etihad Airways bauen ihre Kooperation aus Bildquelle: PIXABAY.COM

Frankfurt am Main/Abu Dhabi – Die Deutsche Lufthansa und Etihad Airways, die Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wollen ihre Ende letzten Jahres beschlossene Kooperation weiter ausbauen. Nähere Informationen über Art und Umfang der Zusammenarbeit wurden in dieser Woche bei einer Pressekonferenz in Abu Dhabi mit den beiden Unternehmenschefs Carsten Spohr und James Hogan bekannt. Demnach wurden unter anderem weltweite Catering-Kooperationen im Umfang von 100 Millionen US-Dollar sowie eine Absichtserklärung über die Wartung, Reparatur und Generalüberholung von Flugzeugen vereinbart.

James Hogan, Group President und Chief Executive Officer von Etihad Aviation, erklärte dazu: „Partnerschaften sind ein Kernelement unserer Strategie und unabdingbar, wenn wir uns effektiv und effizient auf einem komplexen und wettbewerbsintensiven Weltmarkt behaupten wollen. Unsere Zusammenarbeit mit einer der etabliertesten und renommiertesten Marken im Luftfahrtsektor ist zweifellos der wichtigste Kooperationsvertrag ohne Kapitalbeteiligung, den wir je mit einer Airline abgeschlossen haben. Diese Partnerschaft dient als Plattform für eine viel breitere strategische Zusammenarbeit unserer beiden Organisationen. Sie demonstriert, dass der Vorstand von Etihad Aviation Group und Abu Dhabi geschlossen hinter unserer europäischen Wachstumsstrategie stehen.“ 

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG ergänzte: „Wir begrüßen die Gelegenheit, unsere Kooperation mit der Etihad Aviation Group auszubauen. Gemeinsam können wir Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre generieren. Die Partnerschaft mit der Etihad Aviation Group passt perfekt in die globale Strategie der Lufthansa Group.“ 

Der in Abu Dhabi geschlossene Vier-Jahres-Vertrag sieht vor, dass die Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs das Catering für Etihad Airways in insgesamt 16 europäischen, asiatischen und amerikanischen Städten übernimmt. Das macht LSG zum größten Caterer der nationalen Fluglinie der VAE außerhalb ihres Heimatflughafens. Die Etihad Aviation Group und Lufthansa Technik (LHT) haben zudem die Wartung, Reparatur und Generalüberholung der Flotte von Etihad Airways und weiterer Fluggesellschaften, an denen diese beteiligt ist, vereinbart. In der Prüfung befindet sich noch eine Ausweitung der Kooperation beider Airlines in weiteren Bereichen wie Fracht, Einkauf und Passagierservice, um ihre Wettbewerbsfähigkeit weltweit und im europäischen Markt zu stärken. 

Das im Dezember 2016 angekündigte Codesharing für Flüge zwischen Abu Dhabi und Deutschland (http://www.hessen-depesche.de/wirtschaft/lufthansa-und-etihad-airways-schließen-codesharingabkommen.html) ist am 1. Februar in Kraft getreten. Seitdem werden die beiden täglichen Etihad-Flüge zwischen Abu Dhabi und Frankfurt bzw. München auch unter Lufthansa-Flugnummern angeboten. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung sollen im Gegenzug die Langstrecken-Direktflüge der Lufthansa zwischen Frankfurt und Rio de Janeiro in Brasilien sowie der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá mit Etihad-Flugnummern versehen. Das Codesharing erweitert die globalen Streckennetze beider Fluggesellschaften. Lufthansa erhält über Abu Dhabi einen größeren Zugang zu wichtigen Zubringer-Märkten auf dem indischen Subkontinent, während Etihad via Deutschland Zugang zu Südamerika erhält. 

Am 10. Februar wird außerdem ein Wet-Lease-Abkommen mit Air Berlin, an der die Etihad Aviation Group indirekt mit 29 Prozent beteiligt ist, in Kraft treten. Demnach werden mit Eurowings und Austrian Airlines zwei Fluggesellschaften der Lufthansa Group insgesamt 38 Flugzeuge von Air Berlin im Leasing-Verfahren zu marktüblichen Konditionen betrieben. An den Börsen war in den vergangenen Wochen sogar über einen Kapitaleinstieg der Araber bei der Lufthansa, die die umsatzstärkste Airline Europas ist, spekuliert worden. Die Gerüchte bestätigten sich bislang nicht.

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