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Renteneintrittsalter

Möglichkeit: BDI-Chef Ulrich Grillo fordert Rente mit 85

Sonntag, 01 November 2015 05:45
Ulrich Grillo, BDI-Präsident Ulrich Grillo, BDI-Präsident Quelle: de.wikipedia.org | RudolfSimon | CC BY-SA 3.0

Saarbrücken - Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, spricht sich für eine Anhebung des Rentenalters aus.

„Traditionell galt das Lebensalter minus fünfzehn Jahre als angemessenes Renteneintrittsalter“, erklärte er. Dementsprechend sei der Rentenbeginn mit 65 beziehungsweise 67 Jahren heute angemessen, denn die Lebenserwartung liegt bei rund achtzig Jahren.

Gleichwohl sei es jedoch sinnvoll, das Eintrittsalter für die Rente gemäß der steigenden Lebenserwartung immer wieder anzupassen. Er halte es durchaus für möglich, dieses auf 85 Jahre anzuheben. „Wenn nun die Lebenserwartung alle einhundert Jahre um 25 Jahre zunimmt, also alle vier Jahre durchschnittlich um ein Jahr, so könnte man das Renteneintrittsalter entsprechend anheben – wenn Menschen eines Tages 100 werden, würde sich rein theoretisch ein Renteneintrittsalter von 85 Jahren ergeben“, sagt Grillo.

Bereits in der Vergangenheit hatten sich unter anderem der ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher und der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU)  für eine Anhebung des Rentenalters auf siebzig Jahre ausgesprochen. Angesichts des Fachkräftemangels forderten sie Anreize zu schaffen, damit Arbeitnehmer freiwillig bis siebzig Jahre arbeiten.

Zugleich sprach sich der Vorsitzende des BDI gegen eine Senkung des Mindestlohns für Asylanten aus. „So wenig ich vom staatlich verordneten Mindestlohn halte, so sehr warne ich davor, Ausnahmen für Flüchtlinge zu schaffen“, erklärte er. „Denn dann könnte es ganz schnell heißen, dass der für einen Billiglohn arbeitende Syrer einem Beschäftigten die Arbeit wegnimmt. Das wäre kontraproduktiv für die Stimmung um Lande.“

Stattdessen sollte es den Asylanten schneller ermöglicht werden, arbeiten zu dürfen. „Ich denke an gemeinnützige Tätigkeiten und zum Beispiel an die Gastronomie, wo Personal gesucht wird und nicht jeder eine dreijährige Ausbildung braucht“, so Grillo. Zudem schlug er vor, Asylanten verstärkt im freiwilligen sozialen Jahr einzusetzen.

Grillo lobte den Asylkurs der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Wie entschlossen die Kanzlerin in der Krise aufgetreten ist, hat mich wirklich beeindruckt. Sie hat christliche Werte vorgelebt – und richtig gehandelt. Für Deutschland kann diese Krise zudem wirtschaftlich Positives bewirken. Die Flüchtlinge werden uns flexibler machen.“

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