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HMW Innovations AG

MIG Fonds: Mainzer Ganymed AG für mehr als 400 Millionen Euro verkauft

Sonntag, 13 November 2016 18:27
Logo der Ganymed AG Logo der Ganymed AG Quelle: Ganymed AG

Pullach im Isartal - Alfred Wieder, dessen MIG Fonds und die Alfred Wieder AG, die heute als HMW Innovations AG eine Zukunft sucht, können endlich auf neue Erfolge verweisen. Eine weitere deutsche Biotech-Firma wird ins Ausland verkauft: Diesmal hat es die Ganymed AG aus Mainz getroffen, die künftig der Astellas Inc. aus Tokyo gehört. Als Kaufpreis wurden 422 Millionen Euro sowie weitere erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 860 Millionen Euro vereinbart, wie die Unternehmen Ende Oktober bekannt gaben. Sowohl die Ganymed AG als auch die Astellas Inc. haben sich auf den biopharmazeutischen Bereich konzentriert.

Onkologie als Schwerpunkt 

Die Ganymed AG betätigte sich bislang vornehmlich im ebenso riskanten wie potentiell gewinnträchtigen Gebiet der Entwicklung von Krebs-Medikamenten. Im Fokus stand dabei die Entwicklung von künstlichen Antikörpern zur Bekämpfung der gefährlichen Krebszellen. 
Im Bereich der Krebsbehandlung ist auch die Astellas Inc. tätig und begreift den Kauf der Mainzer als großen Schritt vorwärts.Die Onkologie sei eine der Haupttriebkräfte für das Unternehmenswachstum und man hoffe durch den Kauf von Ganymed bald Krebspatienten ohne Behandlungsmöglichkeit eine neue Option bieten zu können, heißt es in einer Pressemitteilung der Japaner.

Endlich ein Erfolg für die MIG-Fonds 

Ein weiterer Profiteur des Deals sind die MIG-Fonds und die Anleger, die in sie investiert haben. An der Ganymed AG waren die MIG Fonds mit 14 Millionen Euro beteiligt, was einem prozentualen Anteil von 7,8 Prozent entspricht. Der gewinnbringende Verkauf der Ganymed AG ist ein großer und wichtiger Erfolg für die MIG Fonds, die seit Jahren am schlechten Kapitalmarktumfeld für Tech-Unternehmen in Deutschland leiden. Das Konzept der MIG Fonds, innovativen deutschen Unternehmen Venture Capital zur Verfügung zu stellen und dann von künftigen Verkäufen der Anteile zu profitieren, ging daher bislang nur bedingt auf. 
Dass die MIG Fonds in die Ganymed AG investierten, ist kein Zufall: 2001 in Mainz gegründet und im biopharmazeutischen Sektor tätig, ist die Ganymed AG ein Paradabeispiel für die jungen aber aussichtsreichen Unternehmen aus Deutschland, denen die MIG Fonds um Michael Motschmann, Dr. Matthias Kromayer, Jürgen Kosch und Kristian Schmidt-Garve mutigerweise Geld anvertrauen. 

MIG-Fonds kämpfen um besseren Ruf 

Doch so gut wie bei der Ganymed AG läuft es beileibe nicht immer. Vor allem im Technologie-Bereich sind Unternehmensneugründungen meist "The-winner-takes-it-all"-Projekte. Scheitern und lange Durststrecken gehören bei Venture Capital Investments wie die Butter zum Brot. Für risikoaverse Privatanleger eine Horrorvorstellung, weswegen vor den MIG Fonds als Anlageform immer wieder gewarnt wird. Zu den warnenden Stimmen gehören etwa die WirtschaftsWoche oder auch die Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger (SGK). 

Es bleibt abzuwarten, ob der Erfolg in Hinblick auf die Ganymed AG ein Einzelfall bleibt oder ob in Zukunft weitere erfolgreiche Verkäufe das Vertrauen in die MIG Fonds wieder vergrößern können. Die MIG Fonds werden von der HMW Innovations AG um Dr. Matthias Hallweger vertrieben. Der eigentliche Firmenpatriarch Alfred Wieder hat sich ja mehr ins Rückwärtige seines Imperiums gezogen.

Letzte Änderung am Donnerstag, 17 November 2016 01:57
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