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Deutsche Start-ups kämpfen mit chronischer Unterfinanzierung

Nexus Global und R.S. RED EAGLE AG: Michael Thomale sorgt via Initial Coin Offering (ICO) für Kapitalfluss

Mittwoch, 18 Dezember 2019 16:12

Berlin – An neuen Produkt- und Geschäftsideen herrscht in Deutschland kein Mangel. Das Grundproblem, das längst die Innovationskraft des Wirtschaftsstandortes gefährdet, ist das fehlende Kapital zur Umsetzung vieler wegweisender Ideen. Wegen chronischer Unterfinanzierung wandern viele Start-ups ins Ausland ab oder werden von Deutschen gleich dort gegründet – zum Beispiel in den USA, wo innovative Start-ups mit massiver Unterstützung von Geldgebern rechnen können. Im Silicon Valley erreichen Start-up-Finanzierungsrunden regelmäßig Höhen von umgerechnet 50 bis 100 Millionen Euro. In Deutschland hingegen können mutige Unternehmensgründer von Kapitalgebern selten mehr als fünf Millionen Euro einsammeln. Laut einer Studie von KPMG und Pitchbook wurde 2018 weltweit mit 250 Milliarden US-Dollar so viel Geld wie noch nie investiert, nach Deutschland flossen davon aber nur 4,6 Milliarden Euro.

Christian Saxenhammer, Berater für Mergers & Acquisitions (M&A), warnt vor den Folgen des chronischen Kapitalmangels: „Einerseits werden Start-ups dadurch gezwungen, ins Ausland abzuwandern und dahin zu gehen, wo das Geld locker sitzt. Andererseits kann es dazu führen, dass Unternehmen, die durchaus Marktchancen hätten, ihren Betrieb einstellen müssen.“ Weil Deutschland als Technologie-Standort von Innovation und technischer Kompetenz lebe, sei das eine alarmierende Entwicklung: „Gerade auch um den Anschluss nicht zu verlieren, braucht Deutschland mehr Investment.“ Bislang hätten ausländische Geldquellen ein drohendes Start-up-Sterben in Deutschland noch verhindern können, sagt Saxenhammer. Grundsätzlich sei die Inanspruchnahme von ausländischem Kapital auch gar kein Problem. Doch wenn nationale Interessen ins Spiel kämen, wachse die Gefahr der Einmischung ausländischer Investoren und des Abzugs qualifizierter Mitarbeiter aus Deutschland. Wenn Start-ups wegen Finanzierungsschwierigkeiten Deutschland verließen, gingen Arbeitsplätze, Know-how und viel Steuergeld verloren, so der M&A-Experte. „Das ist ein Trend, den wir auf jeden Fall verhindern sollten.“

Um diesen fatalen Trend zu stoppen, setzen Unternehmen bei der Kapitalbeschaffung zunehmend auf das Initial Coin Offering (ICO), das Kryptowährungs-Enthusiasten wie Michael Thomale von Nexus Global immer weiter professionalisieren.

Das Prinzip von ICOs ist recht simpel: Junge Unternehmen nutzen die Blockchain-Technologie als Instrument, um Risikokapital in Form von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether einzusammeln, damit ihr Geschäftsmodell wachsen oder ein ganz konkretes Produkt marktreif entwickelt werden kann. Im Gegenzug erhalten die Investoren eine „Beteiligung“ in Form von Tokens, also digitalen Coupons, deren Funktion je nach ICO variieren kann. Als Gegenwert für Tokens gelten Erlösanteile am finanzierten Projekt, bestimmte Dienstleistungen oder Eigentumsanteile an einem Produkt, das mithilfe der Finanzspritze erst noch entwickelt werden muss. Viele Marktbeobachter sehen in ICOs eine hochmoderne Form der Unternehmensfinanzierung. Das Initial Coin Offering ist eine unregulierte Methode des Crowdfundings, die von Firmen genutzt wird, die auf Digitalwährungen setzen. Mit dieser neuartigen Form der Kapitalaufnahme können Start-ups die Regulierungen der traditionellen Kapitalmärkte umgehen und sich unkompliziert mit dem dringend benötigten Risikokapital versorgen.

Ein Profi auf dem ICO-Gebiet ist der Leipziger Michael Thomale, der zusammen mit Christian Michel Scheibener Kopf der Nexus Global Factoring ist. Das in London ansässige Unternehmen hat sich auf die Wissensvermittlung in den Bereichen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Projekt- und Unternehmensfinanzierungen via Initial Coin Offering spezialisiert. Am 12. Dezember 2019 schrieb der Facebook-affine Thomale in dem sozialen Netzwerk: „Immer mehr Menschen interessieren sich für die Blockchain und die Digitalisierung. Noch mehr Menschen interessieren sich für Kapitalerhalt, Inflationsschutz, Vorsorge und digitale Assets.“

Nexus Global setzt bei der Popularisierung der eigenen Beratungsangebote und Digitalprodukte auf das Hilfsmittel des Multi-Level-Marketing (MLM) beziehungsweise des Netzwerk-Marketing. Marktkenner glauben, bei Thomale eine Wandlung vom MLM-Guru zum Industrie- und Technologie-Finanzierer erkennen zu können. Schon seit 2011 soll er Partner der erfolgreichen Industrieholding Austro Nexus mit Sitz in Salzburg sein. In der Tat spricht einiges dafür, dass bei dem selbsternannten „Crypto-Influencer“ Fragen des Network-Marketing etwas in den Hintergrund getreten sind, seit er sich um das ICO für die brandenburgische R.S.RED EAGLE AG kümmert.

Unter dem Namen „Red Eagle“ will der bekannte Flugzeugkonstrukteur Dr. Reiner Stemme zusammen mit seinem Neffen Dr. Wolfgang Stemme ein multifunktionales Aufklärungsflugzeug entwickeln. Der Flugzeugtyp RS 120 Whisper Guardian soll Reichweitenstärke, Geräuscharmut und Kraftstoffsparsamkeit miteinander verbinden und ideal für Polizeiaufgaben und die Grenzüberwachung eingesetzt werden können. Thomale hat die ehrgeizige Aufgabe übernommen, für die ICO-basierte Vorfinanzierung des neuartigen Patrouillen-Flugzeugs zu sorgen. Bei erfolgreicher Realisierung des Red-Eagle-Projektes winken den Investoren satte Renditen. Der Neu-Salzburger berät die Flugzeugbauer auch beim Security Token Offering (STO), um neuartige Investitions- und Finanzierungsinstrumente in die Hand zu bekommen. Ein Security Token ist eine Art digitales Wertpapier, das eine Dividende ausschüttet und im Wert beträchtlich steigen kann. Im Falle der Brandenburger heißt das RSRE-Token. „RSRE ist ein ERC20-basiertes Zahlungsmittel in der Ethereum-Blockchain. Bis zu 88,33 Prozent der RSRE-Token werden während des ICO verkauft, und der Anfangspreis beträgt 0,01 US-Dollar“, heißt es unternehmensseitig. „Die 15 bis 25 Millionen US-Dollar aus dem ICO werden für die Entwicklung von Prototypen, die EASA-Zertifizierung, den Aufbau von Produktionsausrüstung und den Produktionsstart verwendet.“

Die ICO-Investoren bekommen die Möglichkeit, sich mit dem Security Token Offering am Unternehmensumsatz zu beteiligen, und können nach dem STO zusätzliche Sicherheits-Token im Verhältnis von 2:1 tauschen. Dies bedeutet, dass Anleger für zwei gekaufte RSRE-Token während des ICO einen Sicherheits-Token und damit einen Umsatzanteil am Unternehmen erhalten. „Die Mittel der STO werden für die Entwicklung und Integration von Bord- und Bodengeräten sowie für den Aufbau einer Betriebsunterstützung für Kundenorganisationen eingesetzt“, erklärt das Stemme-Unternehmen. ICO-Profi Michael Thomale scheint hier ganz in seinem Element zu sein.

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