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AfD Angstmacherei?

Politischer Mainstream teilt in "Gutmenschen" und "Schlechtmenschen" ein

Donnerstag, 06 Oktober 2016 17:13
Thomas Strobl Thomas Strobl Quelle: de.wikipedia.org | Laurence Chaperon | CC BY-SA 3.0 de

Berlin - Vertreter der etablierten Parteien sehen in der AfD eine Partei, die ihr „Geschäftsmodell auf Angstmacherei“ aufbaue und unser Land spalten wolle, so u.a. Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Vorsitzender Thomas Strobl.

Die etablierten Parteien versuchen die AfD und die Wähler politisch in eine rechte Ecke zu stellen. Ein Bürger, der sich kritisch mit der Mainstream-Politik auseinandersetzt, gerät schnell in den Verdacht ein Rechter oder gar ein „Nazi“ zu sein. Allein mit diesem Verdacht jemanden zu belegen, bedeutet für denjenigen, den dieses Lüftchen der „Verleumdung" trifft, oftmals den „politischen Tod“. Dabei verkennen gerade die Vertreter der etablierten Parteien, dass die AfD in Deutschland ein Nachzüglermodell vieler bereits bestehender ähnlicher Parteien in den Europäischen Mitgliedsstaaten verkörpert und auch weltweit eine derartige inhaltliche politische Bewegung vorhält. FPÖ in Österreich, Front National in Frankreich, UKIP in England, Partei für die Freiheit (PVV) in den Niederlanden, um nur einige Parteien zu nennen, bestätigen, dass eine derartige politische Partei kein außergewöhnlicher Tatbestand in einem Lande ist. 

Bereits die von den USA ausgehende „Occupy Bewegung“ stellte die globalisierte kapitalistische marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung in Frage. Die Neugierde des Menschen verändert durch technische und wissenschaftliche Erkenntnisse unser Leben. Die jetzigen politischen und wirtschaftlichen Systeme hinterlassen den Eindruck mit den Veränderungen nicht mehr mitzukommen. Unsere Vorstellungen von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität scheinen bedroht und politische und wirtschaftliche Zukunft ungewiss zu sein. 

Erst vor kurzem sagte der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz wieder den Zerfall des Euro voraus. Die weltweiten Krisen und auch die Flüchtlingskrise sind nicht von der AfD verursacht. Die Frage nach den Ursachen der Krisen sei wohl erlaubt. Ebenso seien kritische Überlegungen zu den jetzigen und künftigen politischen und wirtschaftlichen Vorgehensweisen zwingend erforderlich. Die AfD legt mit ihrer Kritik lediglich die Finger in die „Wunden“, weil keine der etablierten Parteien, wie auch in den anderen Ländern, befriedigende Antworten gibt. Wir befinden uns in einer aufrührerischen Zeit. Bürger, die den etablierten Parteien nicht folgen und kritisch dem Mainstream gegenüberstehen werden ausgegrenzt. 

Deutschland in ein helles und dunkles Deutschland zu teilen, ist der falsche Weg. 

Es geht um unsere Zukunft und wie und mit wem wir künftig miteinander in einer Gesellschaft leben wollen. Dabei sollten wir unsere Wirtschaftsordnung und unser politisches System grundlegend hinterfragen. Wenn der „Schlechtmensch“ im Gegensatz zum „Gutmensch“ als nicht dumm, als nicht naiv und nicht weltfremd angesehen wird, so lasst den „Schlechtmensch“ zumindest auf die Krisen hinweisen. Es kann ja dem „Gutmensch“ nicht schaden. 

Wir stehen jedenfalls vor einer Zeitenwende und da sind Visionen gefragt. Vielleicht stehen wir bald vor einem Neuanfang.

Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Oktober 2016 17:19
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